Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Mittwoch, 30. Juni 2010

Das Buch Ihres Lebens

Sie glauben, ein Biografie schreiben nur Prominente?

Nein, ganz und gar nicht. Der einzige Unterschied zwischen dem Leben eines Prominenten und Ihrem ist der, dass Sie vielleicht nicht in der Öffentlichkeit stehen. Alle anderen Lebensstationen, wie Sorgen, Freuden, Erfolge und Misserfolge, finden sich bei Ihnen genauso, wie bei jedem anderen Menschen. Und diese Ereignisse sind für Ihre Familie von Bedeutung. In jedem Lebensweg finden sich Ereignisse, nach denen spätere Generationen irgendwann fragen werden.


Jeder
Lebensweg ist einmalig und wertvoll
Die meisten Menschen denken früher oder später in ihrem Leben einmal daran, ihre komplette Lebensgeschichte aufzuschreiben, damit die Kinder und Enkel eine schöne Erinnerung haben. Die vielen Erlebnisse, die jeder im Leben zu bewältigen hat, sind es Wert, festgehalten zu werden. Gerade wenn man älter wird, kann man in einem Rückblick wertvolle Erkenntnisse und Rückschlüsse ziehen. Sind sie einmal aufgeschrieben, dienen sie als Familienchronik und Ratgeber für nachfolgende Generationen.

Was wissen Sie über Ihre Groß- und Urgroßeltern?
In vielen Familien wird es vielleicht noch einige Fotos geben und möglicherweise weiß man, welchen Beruf der Opa hatte, und wie viele Kinder im Haus waren.
Doch wie haben sie gelebt? Welchen Beruf hatten sie? Welcher Motor trieb sie an? Welche Freuden und Leiden hatten sie zu bewältigen? Gab es Krankheiten? Todesfälle? Wohin sind die Tanten, Cousinen, Vettern verschwunden? Finden sich Parallelen, Ähnlichkeiten, Talente zum eigenen Leben?

Wer schon die Erfahrung machen musste, dass der Tag kommt, an dem man die Eltern oder Großeltern nicht mehr nach früheren Ereignissen fragen kann, der kann sich vorstellen, wie wertvoll eine Familienchronik oder eine Biografie ist. Sie kann über viele Generationen weitergegeben werden und sogar ergänzt werden durch sie.


Nach einer langen Partnerschaft geht einer den Weg allein weiter
Das sind Erfahrungen, die keiner möchte, mit denen man aber doch fertig werden muss. Es entsteht ein starkes Bedürfnis, die gemeinsame Zeit festzuhalten, greifbar, noch einmal erlebbar zu machen. Dafür bietet eine Biografie eine wunderbare Möglichkeit. Fotos und Dokumente, kleine Anekdoten und große Momente – all dies hat hier Platz. Die intensive Arbeit an einer Biografie ist auch ein Stück Trauerarbeit, die heilsam wirken kann. Denn Erinnerungen schaffen starke Bindungen.

Nicht jeder kann kann ein Buch schreiben
Deshalb biete ich gemeinsam mit einer weiteren erfahrenen Autorin und Texterin die Möglichkeit an, Ihre ganz persönliche Geschichte für Sie zu schreiben. Mit Ihren Worten und nach Ihren Vorstellungen. Ich schreibe die Texte und füge Fotos, Dokumente und Urkunden, die Ihnen wichtig sind ein, und gestalte mit Ihnen gemeinsam ein einmaliges Buch Ihres Lebens.

Das fertige Buch können Sie ganz nach Wunsch in Kleinauflagen als Softcover oder mit einem edlen Hardcover ausgestattet erwerben. Sollte Ihre Lebensgeschichte wichtige Informationen beinhalten, die auch für eine breite Öffentlichkeit von Interesse sind, besteht die Möglichkeit, es mit einer ISBN zu versehen, sodass es im gesamten öffentlichen Buchhandel zu kaufen ist. Gewinne aus dem Buchverkauf stehen selbstverständlich ausschließlich und zu 100 % Ihnen zu.

Kleine Leserin des "Ostfriesischen Kuriers"
1956
Sie werden der Autor dieses Buches sein und können Ihrer Familie und sich selbst damit eine große Freude bereiten. Wenn sie eines Tages fragen „Woher stamme ich, wie haben meine Großeltern gelebt, wie sind sie mit Problemen umgegangen, welche Träume hatten sie und wie haben sie sie verwirklicht? Welche Lösungen hatten sie für schwierige Lebensphasen, worüber haben sie gelacht und geweint?"
In einer Biografie haben Sie die Möglichkeit, ihre Sicht auf das Leben darzustellen. Von Ihnen bleibt mehr als ein Foto in einer Schublade, von Ihnen bleibt eine einzigartige Persönlichkeit, die ihre Nachkommen begleiten kann.

Werte erhalten, Traditionen bewahren
Die eigenen Werte vermitteln und erhalten, und auch weiterhin mit seinen Erfahrungen das Leben der Kinder und Enkelkinder bereichern zu können, das ist nur ein Grund, weshalb Menschen ihre Lebensgeschichte aufschreiben.

Halten Sie mit Ihrer ganz persönlichen Biografie Familientraditionen lebendig oder machen Sie den Werdegang der eigenen Firma mit allen Höhen und Tiefen für Kinder und Enkel erlebbar. Nicht zuletzt für Sie selbst ist eine Biografie ein einmaliges Dokument des eigenen Wirkens und Schaffens, und eine bereichernde Komponente, die als Familienerbstück noch viele Generationen begleiten kann.
 

Wenn Sie Fragen zu diesem Angebot haben, rufen Sie an.

  Entwurf-Satz-Druck
Grete C. Söcker 







Fotos: oben: Rainer Sturm; Pixelio / mitte und unten: gcsöcker

Sonntag, 27. Juni 2010

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt: Wasserqualität bei Upleward „Sehr gut „bis „Gut“

Der ADAC veröffentlichte jüngst Messergebnisse der Wasserqualität aus dem Jahre 2009, die besagen, dass die Badestelle bei Upleward (Ostfriesland-Krummhörn) mit E-Coli-Bakterien verunreinigt sei. Wie kann das sein, wenn das Niedersächsisches Landesgesgesunheitsamt (NLGA) die Wasserqualität als „Gut“ und „Sehr gut“ einstuft?

Natürlich möchte jeder aus dem Urlaub erholt und gesund zurückkommen. Im besten Fall sogar gesünder und fitter sein als vorher. Und wer ans Wasser fährt, der will auch baden und dieses Bad möglichst gesund überstehen. Deshalb wird die Wasserqualität der Badeorte regelmäßig vom NLGA (Niedersächsisches Landesgesundheitsamt) überprüft. Den Touristikverbänden kommt dies eigentlich sehr entgegen, da sie sich alle um sauberes Wasser bemühen.

Dank unterschiedlicher Herangehensweise an die Art der Messungen und deren Auswertung durch das Landesgesundheitsamt, des ADAC sowie der erst seit 2006 bestehenden EU-Richtlinien, sehen die Ergebnisse unterm Strich unterschiedlich aus.


Unterschiedliche Messgrundlagen und Auswertungen durch EU-Richtlinien
Die Ergebnisse der jährlichen Prüfungen des NLGA werden vier Jahre gesammelt und erst dann wird eine offizielle Bewertung aus den Zahlen von insgesamt 16 Proben errechnet. Diese Zahlen gelten als offizielle Zahlen der EU-Richtlinien für die nächsten vier Jahre. Auch dann, wenn sich Werte in der Zwischenzeit verschlechtert oder verbessert haben. Und das gilt für alle Badeorte. Somit kann das offizielle Ergebnis nach EU-Richtlinien niemals die aktuelle Wasserqualität spiegeln.

Urlaubern ist es vermutlich ziemlich egal, wie die Wasserqualität vor drei oder vier Jahren war, sondern möchten wissen, wie sie aktuell in der Zeit ist, in der sie sich in die Fluten stürzen möchten.

Die jüngst vom ADAC veröffentlichten Messwerte stammen aus drei verschiedenen Proben aus dem Jahre 2009. Zwei der genommene Proben liegen weit unter dem gesetztlichen Grenzwert und wurden im Juli und August 2009 – also am Anfang und während der laufenden Hauptbadesaison – genommen. Lediglich die dritte Probe zeigt einen Wert weit über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert. Gemessen wurde dieser nach der Hauptbadesaison am 8. September 2009.

Vielleicht wäre einmal darüber nachzudenken, ob der Anstieg der Keime und Bakterien innerhalb der Sommerferien in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Ansturm der Badenden und den gleichzeitig steigenden Wasserstemperaturen steht.

Für diese Theorie spricht, dass der ADAC die erhöhten Werte am Ende der Badesaison 2009 im flachen Wasser am Strand von Upleward gemessen hat, also dort, wo vor allem viele kleine Kinder spielen. Während das NLGA seine Messungen in einem Meter Tiefe vornimmt. So auch in diesem Jahr.

Aktuelle Messwerte des NLGA 2010: „Sehr gut“ bis „Gut“
Das NLGA hat in diesem Jahr vier Proben am Strand von Upleward genommen (05.05., 12.05., 26.05. und 09.06.2010) und kommt zu dem Ergebnis, dass die Wasserqualität bei Upleward mit „sehr gut“ bis „gut“ einzustufen ist.

EU-Regelung verfehlt ihr Ziel
Dass unterschiedlichen Messergebnisse Urlauber verunsichern ist nur logisch. Die Touristikverbände und Urlaubsregionen haben das Nachsehen, weil EU-Richtlinien ihnen lediglich alle vier Jahre ermöglichen, ein gutes ofizielles Ergebniss vorweisen zu können.

Als Urlauber halte ich mich da doch lieber an die aktuellen Ergebnisse des NLGA vom Mai und Juni diesen Jahres. Wie so oft, ist die EU mit ihren Reglementarien wieder einmal reichlich weit vom Schuss und trägt nicht dazu bei, dem Verbraucher Sicherheit zu geben. Im Gegenteil, mit veralteten Zahlen ist das Risiko, sich irgendwo doch in verunreinigten Gewässern in falscher Sicherheit zu wiegen, wesentlich größer. Bakterien vermehren sich rasend schnell. Wirkliche Sicherheit kann es eigentlich nur geben, wenn die alte Regel der 14tägigen Untersuchungen der Wasserqualität wieder eingeführt würde.

Es steht eine Liste mit den aktuellsten Ergebnissen der Badestellen in Ostfriesland auf der Internetseite des Niedersächsisches Landesgesundheitsamt zur Verfügung.





E-Coli-Bakterien sind äußerst nützliche Begleiter des Menschen. Sie sind in jedem gesunden Darm zu Hause uns sorgen mit ihrer Präsenz dafür, dass sich keine anderen schädlichen Keime im Darm ausbreiten. Solange sie sich an ihrem Bestimmungsort aufhalten, richten sie keinen Schaden an, sondern sind absolut lebensnotwendig für das körpereigene Immunsystem. Gefährlich werden sie allerdings, wenn sie den Körper verlassen und über den Mund wieder aufgenommen werden. Dann können sie schwere Erkankungen auslösen.

Fotos: pixelio.de; Klaus Steves und kawest


Donnerstag, 24. Juni 2010

Ortschronik Tergast jetzt im Handel

Als Gastautor stellt Johann Beerens heute sein neues Buch
"Ortschronik Tergast" vor:


Jetzt habe ich es geschafft – die Ortschronik Tergast, die ich schon seit etwa vier Jahren ins Internet stelle ist jetzt auch als Buch erschienen: 320 Seiten, viele, viele Bilder in Farbe und schwarz/weiß, mit dem Untertitel „Die Geschichte eines Dorfes auf einem Kiesbült mitten im Hammrich“.


Als ich mit der Arbeit begann, habe ich nicht geahnt, dass das Werk so umfangreich werden würde. Mir lagen nur wenige Informationen über das Dorf vor. Im Staatsarchiv Aurich sowohl als auch in der Landschaftsbibliothek Aurich wurde ich fündig, viele Stunden verbrachte ich mit dem Studium der Akten und der Bücher. Darüberhinaus konnte ich viele Gespräche führen mit Dorfbewohnern, vor allem hat Ortsbürgermeister Ripke sehr geholfen.

Das Forschen in der Vergangenheit und der Gegenwart macht sehr viel Spaß. Ich habe Fakten kennengelernt, bin auf fast Vergessenes gestoßen, habe Interessantes ausgegraben – und doch, oft musste ich einfach meine Fantasie, aber auch mein historisches und geologisches Wissen einbringen, um die Sache auf den Punkt zu bringen.

So beginnt die Geschichte des Dorfes Tergast nicht erst seit der ersten Nennung in einer Urkunde. Schon viel früher ist der Kieshügel Anlaufpunkt der Nomaden und der Emsschipper, der Eindringlinge und Eingesessene gewesen. Erst viel später haben die Zistersienser-Mönche aus dem Kloster SCHOLA DEI von Ile (Ihlow) den „Berg“ für sich entdeckt und bauten hier die jetzt 800jährige Kirche, die fast unverändert aus der katholischen Zeit in die gegenwärtige Reformierte Gemeinde übergegangen ist.


Eng verbunden war Tergast mit der Herrlichkeit Olderum und der Stadt Emden. Erst nach Napoleon wurde die Gemeinde selbstständig, bis sie aufgrund der Gemeindereform 1973 zur Großgemeinde Moormerland wurde. Mit der Auflösung der Schule ging eine Ära zu Ende, die ein Dorfleben weitgehend ausschloss. Erst in den letzten Jahrzehnten halten Vereine und sonstige Gruppen die Traditionen aufrecht. Bekannte Persönlichkeit haben das Dorf geprägt.

Arbeit gibt es kaum noch. Das Wasserwerk in Tergast gehört der Stadt Emden, die Tergaster bekommen ihr Wasser aus Hasselt. Die Ziegeleien am Fehntjer Tief sind verschwunden und die Kiesgruben, die die Firma Rieman ausgebaggert hat, sind zu einem Idyll der Tergaster Landschaft geworden. Baden, Angeln und Schöfeln ist hier angesagt. Auf den Marschweiden grasen rotbunte und schwarzbunte Kühe, nur wenige Landwirte konnten überleben. Arbeitsplätze dagegen gibt es nur außerhalb.



Die Chronik ist reich bebildert, die meisten Bilder habe ich aufgenommen, einige sind von „Ehemaligen“ beigesteuert worden. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge aus meiner journalistischen und schriftstellerischen Arbeit – fürwahr, ein lesenswertes Buch.



Alle meine Bücher und die befreundeter Autoren(innen) finden Sie in meinem Shop

Besuchen Sie Johann Beerens auf seiner Internetseite

Mittwoch, 23. Juni 2010

Sind die Hygienevorschriften in Emden zu streng?

In Emden geht Unmut herum. Grund dafür sind die Hygienevorschriften des Veterinäramts, das u.a. die Aufgabe hat, darauf zu achten, dass keine verunreinigte Nahrung in Umlauf, und es dadurch bei Verbrauchern zu unliebsamen oder gar lebensgefährlichen Erkrankungen kommt.

Dies gilt für Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Restaurants, Stadtfeste etc. Der Unmut entlädt sich jetzt daran, dass die gleichen strengen Vorschriften auch für ehrenamtliche organisierte Veranstaltungen, auf denen Lebensmittel ausgegeben werden, angewendet werden.

So wird vom Amt gefordert, dass selbstgebackene Kuchen nur mit einer Abdeckung versehen angeboten werden dürfen, dass eine Möglichkeit zum Händewaschen direkt am Verkaufsstand vorhanden sein muss, dass nicht von der gleichen Person kassiert und Kuchen oder Bratwurst ausgegeben werden darf. Wobei schon die Tatsache, dass Kuchen privat gebacken und öffentlich angeboten wird, grenzwertig zu sein scheint.


Es gibt Veranstalter, wie in diesem Fall in Emden beim "Tag der älteren Generation", wo Alten- und Pflegeheime die Organisatoren waren. Von ihnen erwartet man ohnehin, dass sie es gewohnt sind mit Lebensmitteln fachkundig und sorgsam umzugehen. Während es z.B. bei Schulveranstaltungen so ist, dass jede Mutter sich mit selbst zubereiteten Salaten, Keksen und Kuchen an der Ausrichtung der Feste beteiligen kann. Fähigkeiten und Wissen werden nicht überprüft.

Diese gesetzlichen Vorschriften stellen Veranstaltungen, die ehrenamtlich organisiert werden, vor Probleme, die nicht immer zu lösen sind, da sie erheblichen Mehraufwand bedeuten und sich auch nicht so einfach genug ehrenamtliche Helfer finden. Gewünscht ist deshalb eine Lockerung dieser Vorschriften, da letztlich jeder Besucher für sich selbst entscheiden kann, ob er dort etwas kaufen, essen oder trinken möchte. Jeder weiß eigentlich, dass ehrenamtlich organiserte Veranstaltungen nur deshalb überhaupt funktionieren, weil viele fleißige Hände unentgeltlich mitarbeiten. Also auch in der heimischen Küche Salate anrichten oder Kuchen backen.


Gleiche Maßstäbe für Gewerbe und Ehrenamt?

Dass die strengen Hygienemaßnahmen bei gewerblichen Anbietern eingehalten werden müssen, findet in der Bevölkerung breite Zustimmung. Gäbe es diese Kontrollen nicht, wäre so manches im Handel, das im Grunde längst ungenießbar ist für Menschen. Der Grund für Verstöße liegt dabei in vielen Fällen darin begründet, dass Profitgier dafür sorgt, dass nicht einwandfreie Lebensmittel wider besseren Wissens (wer gewerblich mit Lebensmitteln zu tun hat, muss vorher nachweisen, dass er sich mit den Gesetzen und Vorschriften in Lebensmittelkunde vertraut gemacht hat) verkauft werden, um Verlustgeschäfte zu vermeiden.

Diese Motivation fällt bei ehrenamtlichen Veranstaltungen und Straßenfesten normalerweise nicht ins Gewicht, da fast immer zum Selbstkostenpreis verkauft wird. Natürlich kann es auch hier bei Unwissenheit über den Umgang mit Lebensmitteln zu Pannen kommen.

Viele Veranstalter beschränken ihr Angebot deshalb freiwillig. So wird in der Regel darauf verzichtet, Sahnetorten oder Mayonnaisen im Salat anzubieten, da sie leicht verderblich sind. Meistens handelt es sich um Bratwurst mit Brot, eventuell Koteletts oder Obstkuchen, frisch gebackene Waffeln, Erbsensuppen oder Salate auf Zitronen- oder Essig-Öl-Basis.


Sagen Sie Ihre Meinung zum Thema

Welche Alternativen gibt es, damit nicht durch zu strenge Auflagen das Angebot an solchen Veranstaltungen leidet und viele aus Angst vor Strafen, erst gar nicht daran denken, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen? Schreiben Sie ihre Meinung zum Thema, denn jetzt im Sommer findet fast jedes Wochenende irgendwo ein Fest statt, das von freiwilligen Helfern unentgeltlich vorbereitet und angeboten wird. Wird zuviel reglementiert, zu wenig oder genau richtig? Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion und teilen Sie Ihre Meinung zum Thema mit.


Fotos: Susanne Schmich; pixelio.de / Rainer Sturm; pixelio.de


Samstag, 19. Juni 2010

"Pietät + Kunst" ein Widerspruch?

Das Bestattungsunternehmen Spree in Emden lädt ein.

Kaum etwas bewegt das Leben eines Menschen mehr, als wenn er mit dem Tod eines Angehörigen oder Freundes konfrontiert wird.

Dieses Geschehen gehört zu den Augenblicken, die jeder Mensch irgendwann erfährt. Sterben und Tod sind bis heute Mysterien, mit denen wir Menschen schwer umgehen können. Sicher auch mit ein Grund, weshalb er gern ausgeblendet wird aus dem Alltag. Doch je weniger Raum im Leben dem Sterben eingeräumt wird, desto tiefer erschüttert der Tod die Menschen.


Aus diesem Grund initiiert das
Bestattungsunternehmen Spree
seit einigen Jahren Projekte, die das Sterben und den Umgang mit dem Tod, in das Leben mit hineinnehmen. Das ist in einer ostfriesischen Stadt ein mutiges Unterfangen. Mit immer neuen Ideen und kulturellen oder künstlerischen Projekten leiten die Inhaber Thomas und Ioana Spree die Aufmerksamkeit auf ihr Unternehmen, was anfangs durchaus etliche kritische Stimmen und sogar Empörung hervorrief.

Mittlerweile aber haben viele Menschen verstanden, dass die Integration von Kunst und Kultur durchaus die Trauerphase für Angehörige bereichert und Trost geben kann. Denn wo Worte nichts ausrichten können, da kann Musik tief wirken, da können gestalterische Elemente ein tiefes emotionales Verstehen auslösen, da können Bilder und Eindrücke eine Form des Trostes spenden, die mit noch so mitfühlenden Gesprächen, niemals erreicht werden können.


So habe ich die Einladung in das Beerdigungsinstitut von Thomas und Ioana Spree zu einer Vernissage des Künstlers Udo Bader, anlässlich der Einweihung eines Abschiedsgartens, gern angenommen. Ausgangspunkt für die Umsetzung des Abschiedsgarten, war für die Familie Spree das Anliegen von Hinterbliebenen, deren Angehörige auf See bestattet wurden.
Hier fehlt vielen Menschen die Möglichkeit, ihre Verbundenheit z.B. duch den Besuch oder die Pflege von Gräbern auszudrücken.























Der neu angelegte Abschiedsgarten bietet Platz, um für Verstorbene einen Erinnerungsstein zu setzen, so dass ein jederzeit erreichbarer Ort entsteht, der Gelegenheit zur Besinnung und inneren Zwiesprache mit verabschiedeten Menschen zulässt. Noch ist die Begrünung und Gestaltung nicht abgeschlossen, aber mit ein wenig Fantasie, kann man schon erkennen, dass der Abschiedsgarten ein ansprechender, geschützter Platz sein wird.

Der Weg dorthin ist aufgefüllt mit Muschelschalen, die beim Betreten den Schritt innehalten lassen. Natürliches Material, das zu den ältesten der Erde gehört, begleitet den Trauernden, mit seinem lebendigen Klang beim Gehen, bis in die Mitte des Abschiedsgarten.








Dort kann er in der Stille auf einer Bank seinen Gedanken nachgehen. Eine schöne Alternative für alle, die keine andere Grabstätte haben oder einfach keine Kraft mehr besitzen, ein großes Grab zu pflegen.



Die begleitende Ausstellung zeigt Bilder und Arbeiten des Künstlers Udo Bader, der auch Teile der ansprechende Raumgestaltung für die Firma Spree umgesetzt hat. Bader ist nicht nur Maler und Dekorateur, sondern gestaltet auch Urnen mit viel Sinn für warme Farben und sinnbildliche Motive.


Was in vielen Großstädten bereits alltäglich ist, demonstriert Udo Bader den Besuchern: So individuell wie jedes Leben verläuft, so einmalig gestaltet er mit Farbe und Pinsel die Oberfläche eines Sarges mit Mustern oder Motiven, die sich auf das Leben des Ver-
storbenen beziehen.
Während der Ausstellung zeigt er den Beginn einer Sargbemalung, die bei ihm in Auftrag gegeben werden kann.

Auch diese Art der "Kunst am Sarg" ist eine Möglichkeit der aktiven Trauerverarbeitung für Angehörige.



Die meisten der ausgestellten Bilder können während der Ausstellungszeit vom 19. Juni bis 2. Juli erworben werden. Ein Teil des Gewinns wird dem Hospizdienst Emden für seine Arbeit zufließen.

Ab Montag ist die Ausstellung täglich von 10-17 Uhr nach telefonischer Absprache zu besichtigen.

Die offizielle Einweihung des Abschiedsgarten erfolgt am Sonntag, den 20. Juni. um 11 Uhr durch die Pastorin Bonna van Hove. Gäste und Interessierte sind herzlich eingeladen.

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Biografien, Lebensgeschichten oder Firmenchroniken - sie alle sind wertvolle Zeitdokumente. Sie möchten wissen, wie Sie zum Buch Ihrer persönlichen Lebensgeschichte kommen? Dann informieren Sie sich auf meiner Internetseite und rufen mich an.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Nordsee Trolle

Schlimm.
Ganz schrecklich.
Die Tiere. Das Ökosystem. Die Fischer und die Hotel- und Restaurantbesitzer – alle ruiniert.
Schöner Mist.

Was für ein Glück für uns, dass es so weit fort passiert ist und nicht vor unserer eigenen Haustür! Golf von Mexiko ... mal auf der Karte gucken, wie das da genau anliegt. Nicht, dass das Zeug noch durch irgendwelche Strömungen an unsere schöne saubere ostfriesische Küste gelangen kann.

Ahja, gefunden! Das Drama spielt sich in einer großen Bucht ab, deren Öffnung zum Meer nicht soooo breit ist. Na, dann wird es wohl nicht gleich ins offene Meer hinausgetrieben. Bis das bei uns ankommt, wenn überhaupt, ist es längst verdünnt. Natürlich finden wir das alle ganz traurig, aber ehrlich gesagt, wissen wir auch nicht, wie man das Öl wieder aus dem Meer herausbekommt, oder?

Bei unseren Bohrinseln kann so etwas ja sicher nicht passieren.
Das passiert immer nur in anderen Ländern. Wo man nicht so strenge Gesetze hat, wie bei uns in Deutschland. Ist doch so, oder?

Ist das so? Wir haben doch auch die eine oder andere Bohrinsel in der Nordsee. Jetzt will ich's wissen und lese mich schlauer.

540 Bohrinseln stehen in der Nordsee zwischen Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden! Donnerwetter, das hätt ich nicht gedacht. Und nur eine einzige davon gehört Deutschland: Die „Mittelplate“ liegt im Naturschutzgebiet Wattenmeer vor Cuxhaven / Schleswig-Holstein und fördert ca. 2 Mio. Tonnen Öl jährlich mit abnehmender Tendenz. Deshalb wird der Bereich der Probebohrungen rund um das Gebiet stetig erweitert, um die Bohrinseln auch in Zukunft auf noch nicht erschlossenen Ölfeldern einsetzen zu können.

Fast 600.000 Menschen leben vom Gewinn, den der Offshore Bereich der Ölindustrie allein in der Nordsee abwirft. Gehälter von 6000 € monatlich, bei viel Freizeit, locken vor allem junge Menschen auf diese Plattformen. Der Ölmarkt ist ein gigantischer Wirtschaftsmarkt und hat dementsprechend Einfluss auf politische Entscheidungen. Gewinn steht an allererster Stelle. Nicht etwa der Mensch und die Erhaltung der Natur, die die Grundlage für Leben ist.

Nicht alles was machbar ist, ist auch gut.
Die Tatsache, dass die Reservoire nicht endlos Öl hergeben, sorgt zudem dafür, dass auch in Punkto Sicherheit gespart wird, in der Hoffnung, es wird schon gut gehen für die nächsten paar Jahre.

BP hat uns menschlichen Größenwahn wieder einmal vor Augen geführt. Bohrungen in einer Tiefe, in der es nicht mehr möglich ist, Schäden an Bohrleitungen umgehend zu schließen. Es gab und gibt schlicht keine Technik für derartige Unfälle. Dennoch werden Genehmigungen erteilt. Profit geht vor Sicherheit. Für BP kann es das Aus bedeuten, für die Menschen an der Küste, am Golf von Mexico und für die Tier- und Pflanzenwelt, bedeutet es auf lange Zeit mit Sicherheit das Aus.

Und wie sieht es jetzt aus mit der Sicherheit bei uns in der Nordsee?
Ein Unfall, gleich dem in Amerika ist eher unwahrscheinlich, da in der Nordsee nicht in solchen Tiefen gebohrt wird. Aber bedeutet das, dass wir uns entspannt zurücklehnen können? Sicher nicht. Denn auch ohne Unfall gelangt während des ganz normalen Betriebs täglich jede Menge Öl in die Nordsee. Das gilt auch für die „Mittelplate“, die nach eigener Auskunft, seit vielen Jahren ohne Störungen arbeitet. Vergessen sollte man auch nicht, dass zwar Sicherheitsmechanismen eingebaut sind, dass aber niemand alle Möglichkeiten eines Unglücks voraussehen kann. Geschieht Unvorhergesehenes, für das keine Lösung auf dem Tisch liegt, kann es auch bei uns zu einer solchen Katastrophe kommen.

Übrigens trägt die größte Bohrinsel in der Nordsee den Namen „Sea Troll“ und gehört der norwegischen Firma Statoil. Hoffen wir mal, dass der Name nicht Programm ist, denn Trolle sind unberechenbar und schlagen grundsätzlich genau dann zu, wenn man nicht mit ihnen rechnet.

Sicherheit muss Vorrang haben
Auch wenn Windkraftanlagen nicht jedermanns Geschmack sind, so sind sie doch die umweltfreundlichere Alternative, deren Förderung und Weiterentwicklung - ebenso wie andere Möglichkeiten, wie Sonnenenergie und die Nutzung von Wasserkraft - mit jedem Tag dringender werden. Nur mit den nötigen Fördergeldern können diese Anlagen stetig verbessert werden.

Ein altes Naturgesetz sagt, dass alle negativen Ereignisse auch einen positiven Pol haben. BP hätte jetzt eine gute Chance sich auf diesem Markt einen guten Ruf zu verschaffen …

Foto Bohrinsel: pixelio; Dieter Schütz

Sonntag, 13. Juni 2010

Piraten an der osfriesischen Küste

Über Klaus Störtebeker wurde schon soviel geschrieben, dass ein zusätzlicher Artikel eigentlich überflüssig wäre. Dennoch gebührt auf einem Ostfriesenblog selbstverständlich auch dem alten Haudegen Klaus Störtebeker ein Plätzchen, an dem er zu finden ist.

Als Kind hatte ich eine ziemlich gute Meinung von ihm. Ich hielt ihn einfach für einen tollen Helden, dessen Piraterien einzig und allein den Zweck hatten, den Armen Gerechtigkeit angedeihen zu lassen. Ein wilder freier Bursche, der mit seinen treuen Seemännern über die Meere zog, den Handelsschiffen das „Zuviel“ abnahm und es an die arme Bevölkerung Ostfrieslands verteilte. Aber Kinderfantasien weichen irgendwann den Realitäten und ganz so heldenhaft war das Leben des Störtebekers wohl nicht.

Störtebeker wird oft Ostfriesland zugeordnet, obwohl niemand genau weiß, woher er stammte und wie alt er genau war. Man vermutet sein Geburtsjahr um 1360 herum. Demnach war er bei seiner Hinrichtung 1401 in Hamburg um die 40 Jahre alt. Und da er eigentlich mehr auf den Gewässern der Nord- und Ostsee unterwegs war, als auf dem Festland, dürfte sich kaum ein fester Wohnsitz ausmachen lassen. Störtebeker, von dem nicht einmal gesichert ist, ob er Klaus mit Vornamen hieß oder doch Johann oder Johannes, hatte auch bei uns in Ostfriesland ein Domizil an der Nordseeküste. Marienhafe. Dort, so ist es überliefert, stand ihm der Häuptling Kuno ten Broke zur Seite, dessen Tochter die Frau von Klaus Störtebeker gewesen sein soll. Das ist der Grund, weshalb bis heute der Kirchturm in Marienhafe als Störtebekerturm bezeichnet wird.
Handfeste Belege dafür gibt es leider nicht. All die Geschichten um ihn basieren auf Legenden und Erzählungen, die sicherlich über die Jahrhunderte manch Wandel genießen durften. Zu guter Letzt wurde mein Heldenbild angekratzt, als ich erfuhr, dass nicht Störtebeker, sondern sein Vitalienbruder Goedeke der eigentliche Chef der verruchten Bande war. Tja, so ist das mit den Heldengeschichten, schaut man mal genauer hinter die Kulissen, entpuppt sich manches als Blendwerk.

Trotzdem, Störtebeker hat dort, wo heute Urlauber die Küste genießen, mit seinem Schiff und seinen Liekedeelern Anker geworfen und seine legendären Füße sind über den gleichen Boden gegangen wie unsere heute. Er wird auch seine Frauengeschichten hier gefunden haben und manch unrühmliche Piratenparty dürfte die Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzt haben, wenn die Horde ungehobelter Männer volltrunken ihre Beute verjubelt hat.

Ach ja, und das Gerücht, dass Störtebeker nach seiner Enthauptung, noch an mehreren seiner Männer vorbeigetaumelt sei, um sie so vor der Todesstrafe zu bewahren, ist bis heute nicht bewiesen. Macht nichts, die Idee ist Klasse und hält sein Image als Pirat mit sozialem Anspruch weiter aufrecht. Und außerdem hätten wir ohne ihn nicht alle drei Jahre die mittlerweile traditionellen Störtebeker-Festspiele, die für Einheimische wie Feriengäste ein tolles Erlebnis sind. Für 2011 sind einige Neuerungen geplant.

Bis dahin empfehle ich für die Urlaubstage die Nase mal tief in ein Buch zu stecken, das in Anlehnung an Störtebeker entstanden ist und in der heutigen Zeit spielt. Das Grauen beginnt auf Borkum ... und zieht unaufhaltbar über ganz Ostfriesland ...

Donnerstag, 10. Juni 2010

Auf Tuchfühlung mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer

Mittlerweile ist bereits wieder ein Jahr vergangen, seitdem der gesamte Küstenstreifen zwischen der holländischen Insel Texel bis rauf zur Insel Sylt zum Weltnaturerbe Wattenmeer ernannt wurde. Etwa in der Mitte dieses 450 km langen und bis zu 40 km breiten Streifens liegt als ruhender Pol natürlich Ostfriesland mit seinen Inseln.

Für Gäste der Inseln und der Küste ist das Wattenmeer ein besonderes Erlebnis. Nicht nur, weil viele überhaupt zum ersten Mal erleben, dass das Meer sich bei Ebbe tatsächlich völlig zurückzieht, sondern auch die Tatsache, dass sie bei Ebbe den Meeresboden begehen können, löst immer wieder Begeisterung aus.


Niemals ohne Wattführer!
Auf eigene Faust sollte niemand sich auf eine Wattwanderung begeben. Das Watt birgt Gefahren, die Uneingeweihte nicht einschätzen können. Jahr um Jahr muss die Rettungswacht Urlauber aus der aufkommenden Flut retten, weil sie sich bei Ebbe im Watt verlaufen haben und in Gebieten feststecken, in denen das Watt so weich ist, dass man versinkt und sich allein nicht mehr befreien kann. Trügerisch sind auch die scheinbar sicheren Sandbänke zwischen den Prilen, auf die sich verlaufene Wattwanderer retten wollen. Innerhalb von Minuten sind diese bei auflaufendem Wasser eingeschlossen und werden letztlich überspült. Die Weite des Wattenmeers verführt zu immer weiteren Spaziergängen und während man vor sich noch sicheren Grund zu sehen scheint, sind hinter einem schon die Prile wieder vollgelaufen und werden zu unüberwindlichen Hindernissen, die durchaus mehrere Meter breit und tief sind.

Sie einfach auf dem Rückweg zu durchschwimmen ist ebenso gefährlich, da in ihnen unberechenbare Strömungen den ungeübten Schwimmer schnell unter Wasser ziehen. Ich habe es selbst erlebt, als wir vor Jahren in jugendlichem Übermut mit einer kleinen Gruppe spontan einen kleinen Wattspaziergang nahe der Küste machten. Bereits guter Dinge wieder auf dem Rückweg, standen wir plötzlich vor den Prilen, durch die wir auf dem Hinweg problemlos gelaufen sind. Jetzt aber waren sie bis oben hin mit Meerwasser gefüllt und von allen Seiten stieg das Wasser weiter. Nur mit größter Anstrengung durchquerten wir das Wasser, das uns schon bis zu den Oberschenkeln reichte. Die Strömungen in diesen Prilen ist enorm stark und wenn wir uns nicht gegenseitig festgehalten hätten, wäre vielleicht ein Unglück geschehen. Und weil Jahr um Jahr immer wieder Gäste aus dem Watt gerettet werden müssen - was nicht immer ein gutes Ende nimmt – kann man die Warnung vor Alleingängen nicht oft genug aussprechen.

Sicher und mit Spaß durchs Watt
Dennoch gibt es Gelegenheit genug, sich ausgiebig auf hochinteressante Wattwanderungen zu begeben. An vielen Küstenorten und auf den Inseln werden täglich Wanderungen mit Wattführern angeboten, die das Watt und die Tide besser kennen, als ihre eigene Westentasche. So kann man nicht nur sicher sein, wieder gesund und munter die Küste zu erreichen, sondern auch noch mit einem Sack voller spannender Informationen über die Wattbewohner nach Hause zu gehen. Wattführer kennen und erklären die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, die sich im Watt zu Hause fühlt oder sich einfach auf der Durchreise am reich gedeckten Tisch stärkt. Gut 10.000 Arten der unterschiedlichsten Wattlebewesen wie Krebse, Würmer, Muscheln, Schnecken, Quallen und mehr, finden sich und werden besonders von Kindern mit großen Interesse begutachtet. Diverse Vogelarten rasten zu Tausenden im Watt auf ihren Wanderungen — und natürlich gibt es auch hin und wieder Seehunde zu sehen. Nach einer drei- bis fünfstündigen Wattwanderung in der Meeresluft (es werden auch kürzere Strecken speziell für Kinder angeboten), schmeckt ein köstliches Gericht aus Meeresfrüchten übrigens besonders gut. Einen Restaurantbesuch mit den leckersten Zubereitungen, raffinierten Soßen und Rezepten zu diversen Fischgerichten, sollten Sie unbedingt für einen solchen Tag einplanen.


Informationen zu Wattwanderungen bekommen sie bei der jeweiligen Kurverwaltung Ihres Urlaubsortes, an den Stränden, an Infoständen oder natürlich im Internet:

Wattwandern

Watt erleben

Wattführer

Wattwandern

Wattwanderung Eilers

Die richtige Kleidung für die Wattwanderung: Gut sitzende Turnschuhe zum Schnüren (und nicht gerade Ihr Lieblingspaar!) und lange Socken.



Bildquelle: Pixelio
M. Hoffmann, Michaela Schmidt-Meyer, virra-pixelio, Meleanie Mieske

Montag, 7. Juni 2010

Das Kind beim Namen nennen

So etwa alle 5-6 Jahre ändern sich die Modenamen, die Eltern ihren Kindern mit ins Leben geben. Das ist in Ostfriesland mittlerweile nicht anders, als im Rest der Republik. Dennoch gibt es noch immer werdende Eltern, die Wert auf traditionelle ostfriesische Namen legen.

Bis vor 50, 60 Jahren war es noch üblich, dass der erste Sohn oder die erste Tochter, den Vornamen des Vaters oder der Mutter erhielt. In den Jahrhunderten davor war dies nicht nur üblich, sondern ein gesellschaftliches Novum, dass die ersten vier Kinder, jeweils die Namen der Großeltern erhielten. Das mag jungen Menschen heute altmodisch erscheinen, hatte aber praktische Gründe. So war die Namensgleichheit mit den Eltern und Großeltern, ein Baustein, um Familienbande deutlich zu machen und vor allem, sie auch zu festigen. Aus den Namen erwuchs im Laufe eines Lebens die Verwurzelung und die Achtung an die Vorfahren. War es doch auch eine Möglichkeit, sich mit ihnen auf Dauer verbunden zu fühlen.

Heutzutage ist im Gegenteil die Individualisierung und die Einmaligkeit gefragt. Das gilt für die Namensgebung ebenso, wie für die Wahl des Lebensstils. Ob Modenamen zu einer solchen Individualisierung beitragen, möchte ich allerdings bezweifeln. Eher dient sie dazu, mit Hilfe des Vornamens das Alter eines Menschen abschätzen zu können.


Sage mir wie du heißt – und ich sage dir, wer du bist?

Welchen Vornamen jemand trägt, verrät allerdings noch viel mehr über einen Menschen. Denn je nachdem, aus welchen Beweggründen ein Name vergeben wird, stehen hinter diesem Namen auch Vorstellungen und Ansprüche der Eltern an das Kind. Es lassen sich durchaus grobe Rückschlüsse führen, die auf die Erwartungen der Eltern schließen lassen. Dementsprechend werden sie auch erzieherisch auf ihr Kind einwirken und versuchen, es zu formen.

Dies war sicherlich auch in der Geschichte Ostfrieslands Grund genug, den erstgeborenen Kindern die eigenen Vornamen weiter zu vererben. Man wollte natürlich, dass die Kinder sich mit der eigenen Familie, mit der Herkunft und den Traditionen identifizierte. Individualität war kaum gefragt. Die Menschen brauchten sich gegenseitig und waren auf eine funktionierende Gemeinschaft, die ein gemeinsames Ziel hatte und zusammenhielt, angewiesen.

Mittlerweile sind die meisten alten Namen aus Ostfriesland fast in Vergessenheit geraten. Dadurch liefern sie heute kurioserweise einen riesigen Fundus an Individualität, Kreativität und Besonderheit. Wer sich einmal die alten Namen ansieht und sie auf der Zunge zergehen lässt, wird feststellen, dass so mancher dabei ist, der schon vom Klang her, auf Weisheit, Wärme oder Vertrautheit oder auf Kraft und Mut hindeutet.


Reine friesische Namen sind zum Beispiel:

Der weibliche Name Ethel enthält das Wort „Edel“ oder Blida das soviel bedeutet wie glücklich, froh. Der Name Keno ist auch heute noch aktuell und bedeutet nichts anderes als „Nachkomme“.

Es war auch nicht unüblich, aus einem Jungennamen, einen für Mädchen zu machen, indem man einfach ein „a“ oder die Endsilbe „ette“, "tje" oder „ke“hinten dran hängte, wenn es denn nötig war, weil vielleicht zuerst drei Mädchen geboren wurden. So wurde aus dem erhofften Jan flugs eine Janette, Jantje oder Janke. Umgekehrt funktionierte das ebenfalls, entpuppte sich die ersehnte Tochter als Sohn, so wurde aus dem Namen Grete einfach Gretus oder aus Stine wurde Stinus.

Einige Beispiele ostfriesischer Vornamen
, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder leichten Änderungen unterlagen, da sie z.T. aus dem Holländischen und aus dem Angelsächsischen beeinflusst sind.

Männliche ostfriesische Vornamen:
Aiko, Alf, Bajo, Bauko, Derk, Eiko, Feiko, Garlef, Hajo, Immo, Jan, Klaas, Meinert, Nanko Olerk, Redolf, Siebert, Sunko, Teiko, Tjado, Ubbo, Weeko, Wielf.

Weibliche ostfriesische Vornamen:
Aika, Antke. Beka, Bonna, Djura, Doortje, Elma, Folinde, Folma, Gesa, Gunda, Harda, Hiska, Iba, Jaika, Kenna, Lüka, Meina, Nomda, Mooltje, Onka, Rena, Seida, Sobine, Tadine, Tamma, Uda, Wanda, Wiebke


Insgesamt wurden die alten ostfriesischen Namen gern zu Kosenamen umgeformt und transportieren – so wie die gesamte ostfriesische Sprache – fast immer die Herzlichkeit und Ursprünglichkeit dieser Region. Die häufige Verwendung der Vokale „o“, „a“ und „u“ geben den Namen einen warmen Grundton. Vielleicht kann dieser Beitrag ein Anlass sein, dass sich der eine oder andere Ostfrieslandfan, der gerade auf Namenssuche für sein Kind ist, für einen friesischen Namen entscheidet.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Teetrinken in Ostfriesland: Gemütlichkeit und Geselligkeit

Die Ostfriesen sind eben doch die konsequentesten Teetrinker! Ich hab’s immer gewusst und kenne es auch von Kindesbeinen an nicht anders: Zum Frühstück die erste Tasse Tee mit Kluntje und Emder Wulkje, dann das Elfüürtje, nachmittags noch einmal mit einer kleinen Knabberei und zum Abendbrot natürlich auch noch einmal drei Tassen Tee. Da kommt man schnell auf die 290 Liter, die jeder Ostfriese rein statistisch jährlich zu sich nimmt.

Tee schmeckt einfach immer, erfrischt und weckt die Lebensgeister, vereint gesellige Menschen um den Tisch und sorgt damit dafür, dass alle Neuigkeiten sofort die Runde machen. Vermutlich haben die Ostfriesen längst so etwas wie ein Tee-Gen entwickelt, mit dem sie zur Welt kommen.

Es gibt offensichtlich Teefans, die ihn so sehr verehren, dass sie ein ganzes Blog über Tee erstellen. Gerade gefunden Zieh-Zeit: gespickt mit Informationen rund um den Tee:

Reitferien in Ostfriesland

Viele Kinder entdecken im Alter von 10 Jahren ihre Leidenschaft für Pferde und für das Reiten. Erstaunlicherweise sind es vor allem die Mädchen aus dieser Altersgruppe, die sich fürs Reiten entscheiden. Ausgerechnet das angeblich „schwache Geschlecht“ dirigiert mit leichter Hand, Tiere, die ihnen in Kraft und Schnelligkeit haushoch überlegen sind.

Pferde und Ostfriesland gehören einfach zusammen
Reitausflüge sind im ostfriesischen Pferdeland ein ganz besonderes Erlebnis. Ausritte durch den Ihlower Wald, durch Moorlandschaft oder ein spritziger Ausritt am Strand entlang ist für große und kleine Reitanfänger am Ende des Urlaub möglich. Das sind die Erlebnisse, bei denen das Herz von Pferdefreunden höher schlägt.

Viele Reiterhöfe in Ostfriesland bieten Reitferien für Kinder an, in denen sie in Gruppen mit Gleichaltrigen herrliche freie Tage verbringen können und in denen sich alles nur um Pferde dreht. Untergebracht sind sie in Mehrbettzimmern, sodass sich immer 3- 5 Kinder zusammenfinden, die für die Urlaubszeit zusammenbleiben. Die anfängliche Scheu verfliegt in der Regel bereits in der ersten Stunde nach der Ankunft, weil es auf den meisten Reiterhöfen familiär und entspannt zugeht. Der Umgang mit den Tieren bringt die Kinder schnell miteinander in Kontakt.

Aktive Abenteuer und Spaß auf dem Reiterhof
Es wird gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen, oft gibt es am Nachmittag noch eine Teezeit und abends natürlich wieder ein gemeinsames Abendbrot. Einige Reiterhöfe organisieren zusätzlich zum Reitbetrieb an einem Tag der Woche einen Ausflug in die nähere Umgebung oder einen Schwimmnachmittag. Grillabende am Lagerfeuer oder gemeinsame Spiele gehören ebenso in das Programm perfekter Reitferien.

Auf dem Reiterhof bekommt natürlich jedes Kind sein eigenes Pferd für diese Zeit. Mit ihm darf es sich rund um die Uhr beschäftigen, es füttern und striegeln, entmisten und beschmusen. Geritten wird immer gemeinsam, je nachdem, wie das Wetter es zulässt, in der Halle oder in freier Natur. Kinder, die ohne Eltern auf einem Reiterhof ihre Ferien verbringen, kommen in den allermeisten Fällen mit gestärktem Selbstbewusstsein und einem gewachsenen Verantwortungsbewusstsein zurück. Denn der konsequente aber liebevolle Umgang mit den großen Pferden, fördert die Disziplin ebenso, wie das Einfühlungsvermögen.

Reiterferien für die ganze Familie
Familien, die einen Inselurlaub machen, finden auf den Inseln Reitanlagen und Reiterhöfe, die in der Nebensaison auch Strandausritte anbieten. Viele Eltern kombinieren ihren eigenen Urlaub mit den Reitferien ihrer Kinder. Indem sie sie in einem Reiterhof gut untergebracht wissen, gönnen sie sich eine oder zwei Wochen ganz für sich allein an der Nordseeküste oder auf der Insel. Im Anschluss an den getrennten Urlaub, verbringen Kinder und Eltern dann noch eine Woche gemeinsamen Urlaub.

Reitferien auf dem Bauernhof oder Reiterhof kommen bei Pferdenärrinnen unheimlich gut an. Und das Wort Heimweh, das hört man von den Eltern eher als von den Kindern.

Reitstall Appelhof
Für große und kleine Reiter, die in Emden und Umgebung Urlaub machen, gibt es hier preiswerten Reitunterricht.

Reiterparadies Elisenhof
Friesengestüt in Hagermarsch, 5 km von der ostfriesischen Küste entfernt gelegen.
Reitferien, Reitunterricht, Reitausflüge, Kutschfahrten, Ferienwohnungen

Reiterhof Huismann
Ihlowerfehn zwischen Emden und Aurich. Kinderreitferien.
Hier können Sie spontan und stundenweise geländesichere Pferde für Ausritte durch das Moor und den Wald buchen (auch mit Führung). Reitunterricht an der Longe.

Maik's Pony- und Reiterhof
Nähe Norddeich. Familiärer Reiterhof mit Kinderreitferien. Ausritte und Reitunterricht. Ferienwohnungen.

Friesenhof Moorblick
Friesengestüt 15 Min. von der Küste entfernt. Reitunterricht für Kinder und Erwachsene auf den wunderschönen Friesenpferden. Reitausflüge durch Moor- und Waldgebiet.

Ferienhof Pusteblume
Hier reiten Sie auf Island-Pferden. Reitunterricht, Ausritte. Ferien für Kinder und/oder die ganze Familie. Eigenes Pferd kann mitgebracht werden.

Dienstag, 1. Juni 2010

Ostfriesische Küste vom Hochwasser bedroht

Natürlich ist die Küstenbevölkerung schon immer vom Hochwasser bedroht gewesen und hat in früheren Jahrhunderten viel Leid durch das Wasser erfahren müssen. Erst der Deichbau hat die Menschen in Ostfriesland langfristig vor Hochwasser und Überflutungen geschützt.














In jüngster Zeit allerdings kommt es häufiger vor, dass das Wasser höher steigt, als in den vergangenen Jahren und so auch schon mal in Emden das Gelände in Hafennähe unter Wasser setzt. Größere Schäden konnten bisher zwar vermieden werden, es ist aber offensichtlich, dass die Sturmfluten höher werden und über neue Schutzmaßnahmen dringend nachgedacht werden muss.

Der Klimawandel wird um die ostfriesische Küste keinen Bogen machen, das ist sicher. Die Deiche sind heute schon an einigen Stellen nicht hoch genug bei Hochwasser und müssen alsbald erhöht und verstärkt werden. Was wir heute noch warm und trocken in den Nachrichten sehen können – dass ganze Landstriche in den Fluten versinken und Menschen Hab und Gut und ihr Leben verlieren können – das kann uns schon bald ebenso ereilen. Immerhin leben allein in Niedersachsen 1,5 Mill. Menschen in Hochwasser bedrohten Gebieten. Letztlich ist aber durch Überflutungen nicht nur akut das nackte Leben in Gefahr, sondern die Folgen können das Leben nachhaltig bedrohen. Wird z.B. zu viel salzhaltiges Wasser bei Sturmfluten in die Flüsse gepresst, ist auch unser Trinkwasser in Gefahr.

Hochwasserschutz aktiv
Genau darum geht es in dem Projekt A-KÜST der Universität Lüneburg. Dipl.-Ing. Hanz D. Niemeyer ist der Projektleiter des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN-FSK).

Das besondere an dem vierjährigen Forschungsprojekt ist die Einbeziehung der Bevölkerung. Eigentlich ist das auch ganz logisch, denn wer könnte besser seine Erfahrungen mit den Deichen und dem Hochwasser mitteilen, als die Menschen, die täglich damit leben. Deshalb werden zur Zeit 6000 Fragebogen an in verschiedene Haushalte in Ostfriesland verschickt. In ihm können Menschen Fragen zu ihren Erfahrungen ankreuzen und auf diese Weise einen aktiven Beitrag zum Forschungsprojekt A-KÜST/Küstengewässer leisten.


Mitmachen und am Gewinnspiel beteiligen
Die Deichachten haben als Anreiz, sich die kleine Mühe zu machen, den Fragebogen auszufüllen, eine Gewinnaktion angeschlossen. Aus den Einsendern werden mehrere Gewinner ausgelost, die sich über ein Abendessen oder gar einen Kurzurlaub auf Juist mit einem Begleiter ihrer Wahl freuen dürfen.



Wer mehr über den Küstenschutz erfahren möchte, sollte sich auf der Seite KLIFF
(Klimafolgenforschung in Niedersachsen) umsehen.