Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Donnerstag, 10. Juni 2010

Auf Tuchfühlung mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer

Mittlerweile ist bereits wieder ein Jahr vergangen, seitdem der gesamte Küstenstreifen zwischen der holländischen Insel Texel bis rauf zur Insel Sylt zum Weltnaturerbe Wattenmeer ernannt wurde. Etwa in der Mitte dieses 450 km langen und bis zu 40 km breiten Streifens liegt als ruhender Pol natürlich Ostfriesland mit seinen Inseln.

Für Gäste der Inseln und der Küste ist das Wattenmeer ein besonderes Erlebnis. Nicht nur, weil viele überhaupt zum ersten Mal erleben, dass das Meer sich bei Ebbe tatsächlich völlig zurückzieht, sondern auch die Tatsache, dass sie bei Ebbe den Meeresboden begehen können, löst immer wieder Begeisterung aus.


Niemals ohne Wattführer!
Auf eigene Faust sollte niemand sich auf eine Wattwanderung begeben. Das Watt birgt Gefahren, die Uneingeweihte nicht einschätzen können. Jahr um Jahr muss die Rettungswacht Urlauber aus der aufkommenden Flut retten, weil sie sich bei Ebbe im Watt verlaufen haben und in Gebieten feststecken, in denen das Watt so weich ist, dass man versinkt und sich allein nicht mehr befreien kann. Trügerisch sind auch die scheinbar sicheren Sandbänke zwischen den Prilen, auf die sich verlaufene Wattwanderer retten wollen. Innerhalb von Minuten sind diese bei auflaufendem Wasser eingeschlossen und werden letztlich überspült. Die Weite des Wattenmeers verführt zu immer weiteren Spaziergängen und während man vor sich noch sicheren Grund zu sehen scheint, sind hinter einem schon die Prile wieder vollgelaufen und werden zu unüberwindlichen Hindernissen, die durchaus mehrere Meter breit und tief sind.

Sie einfach auf dem Rückweg zu durchschwimmen ist ebenso gefährlich, da in ihnen unberechenbare Strömungen den ungeübten Schwimmer schnell unter Wasser ziehen. Ich habe es selbst erlebt, als wir vor Jahren in jugendlichem Übermut mit einer kleinen Gruppe spontan einen kleinen Wattspaziergang nahe der Küste machten. Bereits guter Dinge wieder auf dem Rückweg, standen wir plötzlich vor den Prilen, durch die wir auf dem Hinweg problemlos gelaufen sind. Jetzt aber waren sie bis oben hin mit Meerwasser gefüllt und von allen Seiten stieg das Wasser weiter. Nur mit größter Anstrengung durchquerten wir das Wasser, das uns schon bis zu den Oberschenkeln reichte. Die Strömungen in diesen Prilen ist enorm stark und wenn wir uns nicht gegenseitig festgehalten hätten, wäre vielleicht ein Unglück geschehen. Und weil Jahr um Jahr immer wieder Gäste aus dem Watt gerettet werden müssen - was nicht immer ein gutes Ende nimmt – kann man die Warnung vor Alleingängen nicht oft genug aussprechen.

Sicher und mit Spaß durchs Watt
Dennoch gibt es Gelegenheit genug, sich ausgiebig auf hochinteressante Wattwanderungen zu begeben. An vielen Küstenorten und auf den Inseln werden täglich Wanderungen mit Wattführern angeboten, die das Watt und die Tide besser kennen, als ihre eigene Westentasche. So kann man nicht nur sicher sein, wieder gesund und munter die Küste zu erreichen, sondern auch noch mit einem Sack voller spannender Informationen über die Wattbewohner nach Hause zu gehen. Wattführer kennen und erklären die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, die sich im Watt zu Hause fühlt oder sich einfach auf der Durchreise am reich gedeckten Tisch stärkt. Gut 10.000 Arten der unterschiedlichsten Wattlebewesen wie Krebse, Würmer, Muscheln, Schnecken, Quallen und mehr, finden sich und werden besonders von Kindern mit großen Interesse begutachtet. Diverse Vogelarten rasten zu Tausenden im Watt auf ihren Wanderungen — und natürlich gibt es auch hin und wieder Seehunde zu sehen. Nach einer drei- bis fünfstündigen Wattwanderung in der Meeresluft (es werden auch kürzere Strecken speziell für Kinder angeboten), schmeckt ein köstliches Gericht aus Meeresfrüchten übrigens besonders gut. Einen Restaurantbesuch mit den leckersten Zubereitungen, raffinierten Soßen und Rezepten zu diversen Fischgerichten, sollten Sie unbedingt für einen solchen Tag einplanen.


Informationen zu Wattwanderungen bekommen sie bei der jeweiligen Kurverwaltung Ihres Urlaubsortes, an den Stränden, an Infoständen oder natürlich im Internet:

Wattwandern

Watt erleben

Wattführer

Wattwandern

Wattwanderung Eilers

Die richtige Kleidung für die Wattwanderung: Gut sitzende Turnschuhe zum Schnüren (und nicht gerade Ihr Lieblingspaar!) und lange Socken.



Bildquelle: Pixelio
M. Hoffmann, Michaela Schmidt-Meyer, virra-pixelio, Meleanie Mieske

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