Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Sonntag, 27. Juni 2010

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt: Wasserqualität bei Upleward „Sehr gut „bis „Gut“

Der ADAC veröffentlichte jüngst Messergebnisse der Wasserqualität aus dem Jahre 2009, die besagen, dass die Badestelle bei Upleward (Ostfriesland-Krummhörn) mit E-Coli-Bakterien verunreinigt sei. Wie kann das sein, wenn das Niedersächsisches Landesgesgesunheitsamt (NLGA) die Wasserqualität als „Gut“ und „Sehr gut“ einstuft?

Natürlich möchte jeder aus dem Urlaub erholt und gesund zurückkommen. Im besten Fall sogar gesünder und fitter sein als vorher. Und wer ans Wasser fährt, der will auch baden und dieses Bad möglichst gesund überstehen. Deshalb wird die Wasserqualität der Badeorte regelmäßig vom NLGA (Niedersächsisches Landesgesundheitsamt) überprüft. Den Touristikverbänden kommt dies eigentlich sehr entgegen, da sie sich alle um sauberes Wasser bemühen.

Dank unterschiedlicher Herangehensweise an die Art der Messungen und deren Auswertung durch das Landesgesundheitsamt, des ADAC sowie der erst seit 2006 bestehenden EU-Richtlinien, sehen die Ergebnisse unterm Strich unterschiedlich aus.


Unterschiedliche Messgrundlagen und Auswertungen durch EU-Richtlinien
Die Ergebnisse der jährlichen Prüfungen des NLGA werden vier Jahre gesammelt und erst dann wird eine offizielle Bewertung aus den Zahlen von insgesamt 16 Proben errechnet. Diese Zahlen gelten als offizielle Zahlen der EU-Richtlinien für die nächsten vier Jahre. Auch dann, wenn sich Werte in der Zwischenzeit verschlechtert oder verbessert haben. Und das gilt für alle Badeorte. Somit kann das offizielle Ergebnis nach EU-Richtlinien niemals die aktuelle Wasserqualität spiegeln.

Urlaubern ist es vermutlich ziemlich egal, wie die Wasserqualität vor drei oder vier Jahren war, sondern möchten wissen, wie sie aktuell in der Zeit ist, in der sie sich in die Fluten stürzen möchten.

Die jüngst vom ADAC veröffentlichten Messwerte stammen aus drei verschiedenen Proben aus dem Jahre 2009. Zwei der genommene Proben liegen weit unter dem gesetztlichen Grenzwert und wurden im Juli und August 2009 – also am Anfang und während der laufenden Hauptbadesaison – genommen. Lediglich die dritte Probe zeigt einen Wert weit über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert. Gemessen wurde dieser nach der Hauptbadesaison am 8. September 2009.

Vielleicht wäre einmal darüber nachzudenken, ob der Anstieg der Keime und Bakterien innerhalb der Sommerferien in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Ansturm der Badenden und den gleichzeitig steigenden Wasserstemperaturen steht.

Für diese Theorie spricht, dass der ADAC die erhöhten Werte am Ende der Badesaison 2009 im flachen Wasser am Strand von Upleward gemessen hat, also dort, wo vor allem viele kleine Kinder spielen. Während das NLGA seine Messungen in einem Meter Tiefe vornimmt. So auch in diesem Jahr.

Aktuelle Messwerte des NLGA 2010: „Sehr gut“ bis „Gut“
Das NLGA hat in diesem Jahr vier Proben am Strand von Upleward genommen (05.05., 12.05., 26.05. und 09.06.2010) und kommt zu dem Ergebnis, dass die Wasserqualität bei Upleward mit „sehr gut“ bis „gut“ einzustufen ist.

EU-Regelung verfehlt ihr Ziel
Dass unterschiedlichen Messergebnisse Urlauber verunsichern ist nur logisch. Die Touristikverbände und Urlaubsregionen haben das Nachsehen, weil EU-Richtlinien ihnen lediglich alle vier Jahre ermöglichen, ein gutes ofizielles Ergebniss vorweisen zu können.

Als Urlauber halte ich mich da doch lieber an die aktuellen Ergebnisse des NLGA vom Mai und Juni diesen Jahres. Wie so oft, ist die EU mit ihren Reglementarien wieder einmal reichlich weit vom Schuss und trägt nicht dazu bei, dem Verbraucher Sicherheit zu geben. Im Gegenteil, mit veralteten Zahlen ist das Risiko, sich irgendwo doch in verunreinigten Gewässern in falscher Sicherheit zu wiegen, wesentlich größer. Bakterien vermehren sich rasend schnell. Wirkliche Sicherheit kann es eigentlich nur geben, wenn die alte Regel der 14tägigen Untersuchungen der Wasserqualität wieder eingeführt würde.

Es steht eine Liste mit den aktuellsten Ergebnissen der Badestellen in Ostfriesland auf der Internetseite des Niedersächsisches Landesgesundheitsamt zur Verfügung.





E-Coli-Bakterien sind äußerst nützliche Begleiter des Menschen. Sie sind in jedem gesunden Darm zu Hause uns sorgen mit ihrer Präsenz dafür, dass sich keine anderen schädlichen Keime im Darm ausbreiten. Solange sie sich an ihrem Bestimmungsort aufhalten, richten sie keinen Schaden an, sondern sind absolut lebensnotwendig für das körpereigene Immunsystem. Gefährlich werden sie allerdings, wenn sie den Körper verlassen und über den Mund wieder aufgenommen werden. Dann können sie schwere Erkankungen auslösen.

Fotos: pixelio.de; Klaus Steves und kawest


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