Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Mittwoch, 23. Juni 2010

Sind die Hygienevorschriften in Emden zu streng?

In Emden geht Unmut herum. Grund dafür sind die Hygienevorschriften des Veterinäramts, das u.a. die Aufgabe hat, darauf zu achten, dass keine verunreinigte Nahrung in Umlauf, und es dadurch bei Verbrauchern zu unliebsamen oder gar lebensgefährlichen Erkrankungen kommt.

Dies gilt für Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Restaurants, Stadtfeste etc. Der Unmut entlädt sich jetzt daran, dass die gleichen strengen Vorschriften auch für ehrenamtliche organisierte Veranstaltungen, auf denen Lebensmittel ausgegeben werden, angewendet werden.

So wird vom Amt gefordert, dass selbstgebackene Kuchen nur mit einer Abdeckung versehen angeboten werden dürfen, dass eine Möglichkeit zum Händewaschen direkt am Verkaufsstand vorhanden sein muss, dass nicht von der gleichen Person kassiert und Kuchen oder Bratwurst ausgegeben werden darf. Wobei schon die Tatsache, dass Kuchen privat gebacken und öffentlich angeboten wird, grenzwertig zu sein scheint.


Es gibt Veranstalter, wie in diesem Fall in Emden beim "Tag der älteren Generation", wo Alten- und Pflegeheime die Organisatoren waren. Von ihnen erwartet man ohnehin, dass sie es gewohnt sind mit Lebensmitteln fachkundig und sorgsam umzugehen. Während es z.B. bei Schulveranstaltungen so ist, dass jede Mutter sich mit selbst zubereiteten Salaten, Keksen und Kuchen an der Ausrichtung der Feste beteiligen kann. Fähigkeiten und Wissen werden nicht überprüft.

Diese gesetzlichen Vorschriften stellen Veranstaltungen, die ehrenamtlich organisiert werden, vor Probleme, die nicht immer zu lösen sind, da sie erheblichen Mehraufwand bedeuten und sich auch nicht so einfach genug ehrenamtliche Helfer finden. Gewünscht ist deshalb eine Lockerung dieser Vorschriften, da letztlich jeder Besucher für sich selbst entscheiden kann, ob er dort etwas kaufen, essen oder trinken möchte. Jeder weiß eigentlich, dass ehrenamtlich organiserte Veranstaltungen nur deshalb überhaupt funktionieren, weil viele fleißige Hände unentgeltlich mitarbeiten. Also auch in der heimischen Küche Salate anrichten oder Kuchen backen.


Gleiche Maßstäbe für Gewerbe und Ehrenamt?

Dass die strengen Hygienemaßnahmen bei gewerblichen Anbietern eingehalten werden müssen, findet in der Bevölkerung breite Zustimmung. Gäbe es diese Kontrollen nicht, wäre so manches im Handel, das im Grunde längst ungenießbar ist für Menschen. Der Grund für Verstöße liegt dabei in vielen Fällen darin begründet, dass Profitgier dafür sorgt, dass nicht einwandfreie Lebensmittel wider besseren Wissens (wer gewerblich mit Lebensmitteln zu tun hat, muss vorher nachweisen, dass er sich mit den Gesetzen und Vorschriften in Lebensmittelkunde vertraut gemacht hat) verkauft werden, um Verlustgeschäfte zu vermeiden.

Diese Motivation fällt bei ehrenamtlichen Veranstaltungen und Straßenfesten normalerweise nicht ins Gewicht, da fast immer zum Selbstkostenpreis verkauft wird. Natürlich kann es auch hier bei Unwissenheit über den Umgang mit Lebensmitteln zu Pannen kommen.

Viele Veranstalter beschränken ihr Angebot deshalb freiwillig. So wird in der Regel darauf verzichtet, Sahnetorten oder Mayonnaisen im Salat anzubieten, da sie leicht verderblich sind. Meistens handelt es sich um Bratwurst mit Brot, eventuell Koteletts oder Obstkuchen, frisch gebackene Waffeln, Erbsensuppen oder Salate auf Zitronen- oder Essig-Öl-Basis.


Sagen Sie Ihre Meinung zum Thema

Welche Alternativen gibt es, damit nicht durch zu strenge Auflagen das Angebot an solchen Veranstaltungen leidet und viele aus Angst vor Strafen, erst gar nicht daran denken, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen? Schreiben Sie ihre Meinung zum Thema, denn jetzt im Sommer findet fast jedes Wochenende irgendwo ein Fest statt, das von freiwilligen Helfern unentgeltlich vorbereitet und angeboten wird. Wird zuviel reglementiert, zu wenig oder genau richtig? Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion und teilen Sie Ihre Meinung zum Thema mit.


Fotos: Susanne Schmich; pixelio.de / Rainer Sturm; pixelio.de


1 Kommentar:

  1. Die Reglementierungswut in Deutschland geht schon lange viel zu weit! Wenn man sowas liest, dann fragt man sich, wie all die dummen, ahnungslosen, von lebensmitteltechnischen Kenntnissen unbeleckten Mütter es schaffen, ihre Kinder nicht Tag für Tag mit ihren unsterilen, durchseuchten Produkten zu vergiften.
    Es wird Zeit für zivilen Ungehorsam ....

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