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Freitag, 23. Juli 2010

Endlich rückt die Zeckengefahr in den Blickpunkt der Medien

Eine Gefahr, die in Norddeutschland lange unterschätzt und heruntergespielt wurde, ist der Zeckenbiss. Allgemein bekannt ist, dass die Zecken im Süden die FMSE übertragen können. Diese Gefahr ist in der Tat in den nördlicheren Region gering. Doch Zecken übertragen noch eine Menge mehr Krankheiten, die dramatische Folgen für Menschen und Tiere haben, wenn die Erreger in ihren Körper gelangen.

Hier ist zur Zeit die Borreliose die Krankheit, die von den Zecken in unserer Region immer häufiger übertragen wird. Gleich vorweg sei gesagt: Nicht jede Zecke trägt die Borrelien in sich und selbst wenn, führt auch in diesem Fall der Biss nicht unbedingt zur Infektion. Voraussetzung, dass die Borrelien in den Körper gelangen können, ist nicht der Biss allein. Die Zecke muss einige Zeit auf der Einstichstelle verbracht haben und ihren Verdauungssaft in die Bissstelle übergeben haben. Deshalb ist es wichtig, dass Zecken immer sofort entfernt werden, dann ist die Gefahr einer Erkrankung gering.


Die Borreliose gab es schon immer auch in Ostfriesland
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Die Zahl der erkrankten Menschen steigt aber in den letzten Jahren, mit dem Anstieg der Zeckenpopulation, stetig an. Eines der Hauptprobleme ist, dass Zeckenbisse oft nicht bemerkt werden. Beißen sich Zecken auf der Schulter oder dem Rücken fest, bekommt man den Biss gar nicht mit, die Zecke fällt unbemerkt vom Körper ab und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Wird die Borreliose nicht behandelt, entwickeln sich Monate bis Jahre später diverse unterschiedliche Krankheitsbilder, die weder Arzt noch Patient so ohne Weiteres einschätzen können. Gelenkschwellungen und -schmerzen sind hier das häufigste Symptom. Doch auch allgemeine Erschöpfung, ständiges Schlafbedürfnis, ungewohnt häufige Kopfschmerzen oder Hautekzeme können ein Hinweis auf eine Borreliose sein.

Auf Symptome achten
Ein früher Hinweis auf die Infektion ist ein plötzliches Krankheitsgefühl wie man es bei einer beginnenden Grippe hat. Und genau das vermuten Betroffene auch, nämlich, dass sie eine leichte Sommergrippe erwischt hat. Viele gehen deshalb nicht zum Arzt. Die Symptome verschwinden wieder und niemand denkt noch an einen Zeckenbiss.


Bei etwa der Hälfte der Infizierten gibt es noch eine Chance, die Krankheit rechtzeitig zu entdecken, bevor sich die Bakterien ins tiefe Gewebe festsetzen und dort Krankheitsschübe auslösen. Etwa zwei bis vier Wochen nach einem Zeckenbiss, rötet sich die Bisstelle und es bildet sich ein roter Kreis, der sich mehr und mehr ausweitet. Das sogenannte Erythema Migrans ist über mehrere Wochen sichtbar und klingt langsam ab, dabei erscheint der Bereich zwischen dem roten Kreis und der Bissstelle heller. Auch dieses Symptom verursacht keine Beschwerden und kann z.B. auf dem Rücken übersehen werden.

Wird die Borreliose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt sie früher oder später zu einschneidenden gesundheitlichen Problemen bis hin zur Invalidität, da die Borrelien Muskeln, Gelenke und auch die Nerven angreifen und bis ins Gehirn wandern. Rechtzeitig erkannt, kann durch hohe Antibiotikagabe in den meisten Fällen die Borreliose völlig ausgeheilt werden.


Vorbeugen ist der beste Schutz

Eine Impfung gegen Borreliose gibt es zwar, sie ist aber in Deutschland nicht für den Menschen zugelassen.
Zecken sitzen übrigens nicht nur, wie vielfach gesagt wird in hohem Gras. Sie sitzen auch auf Bäumen im Wald und lassen sich einfach herunterfallen, wenn sie die Körperwärme eines Lebewesens aufnehmen. Der einzige Schutz vor einem Zeckenbiss ist, dass man sich nur mit Schuhen und Kleidung in Wald und Wiesen aufhält. Zudem abends gründlich duschen, den Körper absuchen (die Zecken sind klein, manche nur 1-2 mm) und vor allem das Haar gründlich untersuchen. Wird eine Zecke entdeckt, kann man sie vorsichtig aus der Haut ziehen und dem Arzt übergeben, damit er eine Laboruntersuchung vornimmt. Bitte Zecken niemals Quetschen oder mit Öl beträufeln. Genau diese Form der Entfernung führt dazu, dass die Bakterien aus dem Darm der Zecke ins Blut übergehen. Für wenig Geld gibt es in Apotheken und Drogerien kleine Zeckenzangen, mit denen man das Tier abnehmen kann.

Zecken übertragen eine Menge bakterieller Krankheiten.
Betroffene können sich an den Selbsthilfeverein „Borreliose & FSME Bund Deutschland e.V.“ wenden. Frau Monika Sickfeld hat diesen Verein gegründet und stellt ihr umfangreiches Fachwissen zum Thema allen Betroffenen zur Verfügung, gibt Hilfe bei der Suche nach Therapien und zum Umgang mit der Krankheit.

Auf ihrer Internetseite finden sich weitere Informationen und wichtige Adressen.

Auch Wikipedia hält wertvolle und interessante Infos über Zecken bereit.


Foto Wanderröte: Jost Jahn, "Creative Commons Lizenz" Wikipedia
Foto Zecke: André Karwath “Creative Commons Lizenz" Wikipedia


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