Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Montag, 23. August 2010

Der Mensch geht zurück ins Wasser
und die Wale kommen an Land

•      In Sachsen suchen sich die Flüsse neue Betten
•      in Russland brennen die Wälder
•      im Regenwald werden sie abgeholzt
•      am Pol schmelzen die Gletscher
•      Afghanistan und Indien versinken
•      die Wüsten fressen sich nach Norden vor
•      Spanien leidet unter Trinkwassermangel
•      Obama nimmt ein Bad im ölverseuchten Golf v. Mexiko
•      Californien und Griechenland versinken im Schnee
•      Aids und Hunger und Masern rafft halb Afrika dahin
•      500.000 Menschen vom Hochwasser in China betroffen
•      8 Millionen Menschen in Indien obdachlos
•      Wale stranden in Massen und verbluten sterbend an Stränden ...


Wäre ich sarkastisch, würde ich angesichts der nicht enden wollenden gegenwärtigen Tragödien sagen: „Irgendjemand scheint bei der Erde einen Resetknopf gedrückt zu haben. Die kränkelnden Wälder brennen ab und verwandeln sich in unbewohnbare Wüsten, während die Gletscher schmelzen und das Meer sich das ihm vom Menschen abgerungene Land zurückholt. Die Menschen gehen zurück ins Wasser und die Wale kommen an Land.“ Man könnte auch sagen: die Kriegerischen gehen ins Wasser und die Friedlichen an Land. Das Bibelwort: „Die Letzten werden die Ersten sein", bekommt in diesem Zusammenhang eine völlig neue Dimension.


Vermutlich könnte der Erde nichts besseres widerfahren, als dass das Lebewesen, dass ihr in kürzester Zeit den größtmöglichen Schaden zugefügt hat, zunächst einmal wieder von der Bildfläche verschwindet, damit die Natur sich regenerieren und ungestört neues Leben ausprobieren kann, ohne dass bei jeder neuen Art die entsteht, ein Mensch mit Casher und Stecknadel bereitsteht, um es zwischen zwei Buchseiten zu quetschen oder an die Pinwand zu heften.



Norden, Aurich, Leer und Riepe werden neuerdings immer öfter von Windhosen heimgesucht und ich frage mich verwundert, weshalb all diese Katastrophen um Emden scheinbar einen Bogen machen. Dass eine übermächtiges Wesen seine Hand schützend über die Emder hält, mag ich nicht glauben, da sie auch nicht besser oder schlechter sind als der Rest der Welt. Und dass katastrophale Überflutungen bisher ausblieben, hat sicherlich mit einer guten Eindeichung zu tun, die in Indien, Afghanistan und China, in denen jetzt Menschen Haus und Dorf und ihr Leben verlieren, versäumt wurde. Nicht weil man die Gefahr nicht kannte, sondern weil von den Verantwortlichen die Gefahr verharmlost oder ignoriert wird. Und genau diese Verharmlosung der logischen Folgen, wenn man Naturgesetze missachtet, sind ein ausschlaggebender Grund für viele Katastrophen.

„Klimaveränderungen hat es schon immer auf der Erde gegeben!“ höre ich von den Verharmlosern.
„Ja. Natürlich hat es die gegeben, aber nicht in diesem Tempo und nicht begleitet von hausgemachten Wasser-, Luft- und Lärmversschmutzungen. Und noch nie waren davon so viele Menschen betroffen, wie in unserer Zeit.“
Zu den „normalen“ Klimaveränderungen kommt die hausgemachte Zerstörung von Lebensräumen hinzu, die das gesamte ökologische Gleichgewicht zerstört. Damit potenziert sich das Ausmaß der betroffenen Lebewesen im Wasser und auf dem Land. Die Nahrungskette wird unterbrochen und das werden auch die gut betuchten Länder in absehbarer Zeit begreifen. Mal wieder zu spät.


Umweltflüchtlinge sind unterwegs auf der Erde.
Das ist ein Unwort, das schon von den Verharmlosern stammen könnte. Denn vor der Umwelt kann niemand flüchten. Und gemeint sind die Menschen, denn erst wenn sie betroffen sind, fällt auf, dass Tiere und Pflanzen schon seit dreißg, vierzig Jahren auf der Flucht sind. Ich erinnere mich, dass vorausschauende und -denkende Wissenschaftler sowie Teile meiner Generation — damals spöttisch „Körnerfresser“ genannt — dies alles schon Anfang der 70er angemahnt haben.

Vielleicht hab ich doch meinen sarkastischen Tag heute. Denn als einer der fast 7.000.000 Träger des aufgezwungenen Titels „Krone der Schöpfung“, kann ich mir einen Gedanken nicht verkneifen: Kronen haben die unangenehme Eigenschaft, durch ihr viel zu hohes Gewicht, das nicht nur aus dem verwendeten Material und der üppigen Verzierung besteht, sondern vor allem in der viel zu hohen Bedeutung, die man dieser Krone zuschreibt, schmerzhafte Druckstellen auf ihrem Träger zu hinterlassen. Abgesehen davon, ist eine Krone so ziemlich das überflüssigste Kleidungsstück das die Erde braucht.


Aber ich sehe schon, ich komme hier von Arten in Wuttels, das ist übrigens auch typisch für unsere Gattung. Da wird nichts zu Ende gedacht und schon sitzt man mitten im Chaos. Da werd ich jetzt lieber Mal einen Sparziergang an die Ems machen, bevor sie mich besucht. Dank der Sperrwerktore die bei Gandersum geschlossen werden, wenn eine Sturmflut droht, kann dies schneller geschehen, als man denkt. Ich hab das noch nicht so ganz verstanden, weshalb das Land ab Gandersum landeinwärts schützenswerter ist als davor. Vielleicht weiß einer meiner Leser das?

Dieses Bild ist in der Public Domain. John McColgan/United States Department of Agriculture / US-Bundesregierung, ist das Bild in der Public Domain.

Dieses Bild ist in der Public Domain / National Oceanic and Atmospheric Administration

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen