Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Montag, 27. September 2010

Herzlich Willkommen zurück, Schweinegrippe!

Zuverlässig zum Emder Schützenfest wurde das herbstliche Regenwetter eingeläutet und man kann sich innerlich schon mal darauf einrichten, dass Türen und Fenster nicht mehr so lange und wohltuend geöffnet bleiben. Dass man nicht mehr mit Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen geweckt wird und die gemütlichen Nachmittage und Abende zu Hause vor der Tür stehen. Regenschirm hat wieder Hochsaison, ebenso wie warme Jacken und Kapuzen. Wohl dem, der ein Hobby hat, das er in den nächsten sechs Monaten verstärkt auch im Haus pflegen kann.



Die Sportler unter uns, werden vermutlich auch weiterhin ihr Training bei jedem Wetter absolvieren, das dürfte bei einigen Menschen, die eher zu den Gelegenheitsjoggern bei schönem Wetter zählen, etwas anders aussehen. Dennoch, wer sich das Jahr über viel in der frischen Luft bewegt hat, wird sein Immunsystem gut aufgefüllt haben und die nun anstehende Zeit der Erkältungsbakterien schneller und leichter überwinden.

Etwas anders sieht es aus mit den Viren. 
Wenngleich auch hier ein gut trainiertes Immunsystem sicherlich eine bessere Basis zur Bewältigung ist, so greifen Viren den Körper doch wesentlich heftiger an und ziehen vor allem zusätzliche Krankheiten nach sich.

Gegen Grippeviren gibt es bis heute noch keine wirksamen Medikamente, bestenfalls die Möglichkeit, die Symptome ihrer Auswirkungen zu erleichtern. Und weil das so ist, lesen wir jetzt auch überall genau das, was wir jedes Jahr um diese Zeit immer und immer wieder lesen: Es ist Impfzeit! Jedes Jahr aufs Neue wird vor der Grippesaison geimpft, damit der Körper Antikörper entwickeln kann, die im Falle einer Ansteckung sofort aktiv sind und den Grippeviren die Chance nehmen, sich an die Zellen anzudocken. Für viele Menschen ist diese Grippeimpfung sinnvoll, vor allem dort, wo schon Vorerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem vorliegt.

Ärzte beklagen die Impfmüdigkeit der Menschen.
Die Grippeimpfung war und wird in der Bevölkerung wie eine Art Glaubenssache gehandhabt. Die einen schwören darauf, die anderen winken ab und vertrauen auf ihre Selbstheilungskräfte und wieder andere halten sie für schädlich.

Neben dem eigenen Schutz, bietet jeder Geimpfte auch einen Schutz für die Mitmenschen, die er nicht anstecken kann, wenn er gesund bleibt, ist ein Argument. Wer allerdings selbst nicht krank wird, kann dennoch Überträger sein. Vermutlich wird es in diesem Jahr schwieriger werden als je zuvor, die Menschen zum Impfen zu bewegen. Das Desaster um die Schweinegrippe hat die Glaubwürdigkeit in die WHO und die Pharmaindustrie tief erschüttert. Was war das für eine Panikmache im letzten Jahr, um ein Virus, das nicht annähernd so gefährlich war, wie die üblichen Grippeviren. Und wie leichtfertig die Herstellung übers Knie gebrochen wurde, um auf die Schnelle nicht ausreichend getestete Impfungen vorzunehmen, war auch nicht gerade eine Aktion, die Vertrauen schafft. Am Ende der Hysterie platzte das von Regierungen und WHO aufgezeichnete Horroszenario wie eine Seifenblase und übrig bleiben Millionen von Gelder die in den Sand gesetzt wurden. Denn trotz der Massenpanik, die geschürt wurde, zogen die meisten Menschen es vor, sich nicht als Versuchsobjekt missbrauchen zu lassen.

Einige Hintergrundinfos, wieso es überhaupt zu einer derartigen Verunsicherung in Sachen Schweinegrippe kam, kann man sich in einem Artikel von Spiegel Online noch einmal in Erinnerung rufen. 

Und was ist mit diesem Jahr?
Die sogenannte Schweinegrippe, an der niemals Schweine erkrankt sind, wird schon wieder heraufbeschworen und ohne Rückfrage an die Bevölkerung wird in das Serum des diesjährigen Grippeimpfstoffs, die Schweinegrippenimpfung integriert.
Freiwillige Impfung gegen Schweinegrippe? Die gibt es nicht mehr. Wer sich gegen die übliche Grippe impfen lassen möchte (die angeblich zurzeit weltweit zurückgeht), wird gezwungen, sich gleichzeitig gegen das H1N1 Virus impfen zu lassen. Die Patienten haben die Wahl? Nein, haben sie nicht. Entweder sie nehmen alles oder sie gehen ungeimpft durch den Winter. Natürlich stand im letzten Jahr vor allem das Serum mit dem H1N1 verabreicht wurde, im Schussfeld der Kritik. Diese Komponente fällt bei der Kombinationsimpfung fort. Der Vertrauensbruch allerdings geht viel weiter und reduziert sich nicht auf einen einzigen Impfstoff, sondern betrifft die gesamte Gesundheits- und Pharmaindustrie. Denn bitte, wer sagt uns, ob nicht mit anderen Krankheiten und Medikamenten nicht längst ebenso verfahren wird?

Das Szenario des letzten Jahres wird sich vermutlich negativ auf die gesamte Impfbereitschaft auswirken, zumal mittlerweile bekannt ist, dass sich selbst der Anteil der Ärzte und des medizinischen Personals, das sich überhaupt gegen Grippe impfen lässt, bei 20-25 % liegt. Und das, obwohl sie sicherlich mit zu den Bevölkerungsgruppen gehören, die mit den meisten Viren überhaupt in Kontakt kommen.



Bildnachweis: Zeichnung Virus: M. Eickmann
Foto: Ernst Rose; Pixelio

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