Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Sonntag, 5. September 2010

Ostfriesisches Pferd kam durch das Fenster

Der gemütliche Samstagabend fand gestern ein jähes Ende. Ein ungebetener Gast war durch das Fenster eingedrungen und sorgte für einige Aufregung.

Ein schriller Schrei meiner Tochter zeriss die gemütlichen Abendstunden. „In meinem Zimmer ist ein Monster!“ rief sie, während sie die Treppe herunterrannte, kaum dass die Füße dabei die Stufen berührten. Das blanke Entsetzen, das ihr ins Gesicht geschrieben stand, und die mit den Händen angedeutete Größe eines Fußballs, zwangen mich, mein Sofa zu verlassen und mich dem ungebetenen Gast mutig entgegenzustellen (zumindest tat ich so, als wäre es völlig normal, wenn man hin und wieder ein Monster in seinem Zimmer hat).


Grüne Pferde

Was ich dann an der Wand entdeckte, war ein grünes Pferd — genauer gesagt ein „Heupferd“. Ich muss gestehen, ich war erleichtert, wenn auch unangenehm beeindruckt von der Größe des Tieres. Gute sieben Zentimeter vom Kopf bis zur Schwanzspitze bewegten sich bedrohlich mechanisch die Wand entlang und schickten sich an, den PC-Bildschirm zu erobern. Kleinere Grillen findet man öfter bei uns, aber so eine große Heuschrecke jagt einem doch einigen Respekt ein, wenn man ihr zum ersten Mal begegnet.

Doch so bedrohlich wie sie aussah, war sie nicht.
Im Gegenteil, sie ließ sich höchst kooperativ auf den Umzug in einen druchsichtigen Plasitkbehälter ein. Anschließend versuchte ich unseren Besuch mit der Kamera einzufangen, was leider durch die abendliche Beleuchtung nicht ganz einfach war.



(Die Hintergrundgeräusche sind nicht von mir, sondern vom Heupferd: Kieferschaben, Schmatzen, Nachschleifen des Körpers).

Weiterer Stress und Schrecken sollten dem Großen Heupferd und uns erspart bleiben. Die Aufregung fand für Gast und Gastgeber ihr Ende in einem kleinen Nachtspaziergang. Sichtlich erleichtert verließ das urzeitliche „Monster“ das keines war, sein Gefängnis und verschwand in der Dunkelheit der Nacht.

Foto: Joachim K. Löckener

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