Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Computergestütztes Lernen am JAG Emden

Seit Jahren träume ich von einer veränderten und zukunftsorientierten Unterrichtsgestaltung, die die neuen Medien intensiv nutzt. Und immer wieder stellte ich mir die Frage, weshalb die längst vorhandene Technik, die den Schulalltag von Schülern und Lehrern komplett verändern, erweitern und erleichtern könnte und die so viel zusätzliche Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung bietet, in Richtung freies und selbstbestimmtes Lernen, nicht längst eingesetzt wurde.


„Computergestützter Unterricht“ ist das Schlagwort, das mein Herz heute Morgen erfreute, als ich die Emder Zeitung aufschlug. Eine Lern- und Unterrichtsform, die in die Arbeitswelt längst eingezogen ist. Wie die Emder Zeitung heute meldet, wird das Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) nunmehr endlich die ersten Schritte dorthin gehen.

Studienrat Burkhard Remppis hatte die Schule für die Teilnahme an diesem EU- Pilotprojekt, an dem 50 Schulklassen in Europa teilnehmen, beworben. Gesponsert wird es von der Firma ACER, die für die Schüler die Netbooks zur Verfügung stellt und sie auch versichert. Auch der Förderverein des JAG unterstützt das Projekt, indem es sämtliche Netbooks versichert und mit passenden Schutzhüllen ausstattet.

Jeder Schüler bekommt im Rahmen des Projekts sein eigenes ACER Netbook, das er nicht nur in der Schule nutzen, sondern wie eine Schultasche, mit nach Hause nehmen kann. Im Augenblick zwar noch zusätzlich zu den üblichen Schulmaterialien, aber ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung in einigen Jahren den klassischen Schulranzen mit Büchern ablösen wird. Und nicht nur den Schulranzen, auch leidliche tägliche Busfahrten können den Schülern weltweit erspart werden. Das würde sich positiv auf den CO2 Ausstoß auswirken und der Benzinverbrauch würde sinken. Andere Schüler wiederum, denen ein Schulbesuch überhaupt nicht möglich war bisher, können von zuhause aus am Unterricht teilnehmen.

Auch wenn meine Vorstellung eines kompletten Unterrichtes über Internet, Gruppenchats, Video- mit Konferenzschaltungen etc. schon um einiges weiter geht, so freue ich mich doch, dass die ersten Schritte in diese Richtung getan werden.  Immerhin soll schon im nächsten Halbjahr in einer anderen Klasse auch fächerübergreifend mit dem Netbook gearbeitet werden.

Geplant ist vom JAG zunächst eine Zusammenarbeit mit einer französischen Partnerschule. Genau das ist das Faszinierende und eröffnet die unglaublichen Möglichkeiten. Es entsteht ein virtuelles Klassenzimmer, das es den Schülern erlaubt, mit anderen Schülern und Gruppen weltweit zusammenzuarbeiten, die z.B. auf der anderen Seite der Erdkugel an ihren Netbooks sitzen. Diese Entwicklung birgt ungeheure Möglichkeiten für die nachwachsenden Generationen, sie öffnet die Türen zur Welt und schafft direkte Kontakte und lebendigen Austausch. Die Welt rückt wieder etwas mehr zusammen und damit rücken auch die „Probleme der Anderen“ ganz nah ins eigene Leben. Verständnis kann wachsen, wird greifbar! Und mit dem Verständnis und der Verständigung sind völlig neue Lösungsansätze möglich. Genau das ist entscheidend für die Zukunft, dass Menschen weltweit miteinander lernen, miteinander entscheiden und handeln.

In naher Zukunft schon werden Schüler vielleicht nicht mehr jubeln: „Juchhu, wir haben heute hitzefrei!“ sondern eher (so wie gestern schon viele User) schimpfen: „So ein Mist, Skype hatte gestern Totalausfall ...“
N.S.: Vielleicht werden in Zukunft auch nicht mehr so viele Erkältungs- und Schnupfenviren aus den Schulen in die Familien geschleppt und der Kampf gegen diese beschränkt sich ebenfalls auf die virtuellen Kandidaten ... bis dahin allerdings klammere ich mich weiter an mein Riesenpaket Tempotaschentücher ...





Ich wünsche allen Lesern 
erholsame Feiertage
in Geborgenheit.

Schaffen Sie sich und Ihren Lieben
Gelegenheit zum Ausspannen,
Genießen und Fröhlichsein.



Foto  1: pixelio; Thorben Wengert        Foto 2 + 3: pixelio; Gert Altmann

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