Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Freitag, 31. Dezember 2010

Wenn die letzte Stunde schlägt ...

Die letzte Stunde des vergangenen Jahres, hoffe ich natürlich.


Eigentlich wollte ich mir einen Silvesterartikel hier verkneifen, denn was soll ich schreiben? Bitte nein, nichts von irgendwelchen guten Vorsätzen. Erstens nehme ich mir sowieso jeden Abend vor, am nächsten Tag noch besser zu werden, so dass das also wirklich nichts besonderes wäre. Zweitens stehen all diese Dinge schon auf Millionen anderen Internetseiten. Also lasse ich das.

Genauso geht’s mir mit dem Rückblick. Alle Nachrichten noch einmal hier wiederholen? Nein, da weigere ich mich. Jeder hat ohnehin die Meldungen, die für ihn wirklich wichtig waren, in seinem Hinterstübchen gespeichert.



Wenn ich ehrlich bin, hatte ich ohnehin vor, das Silvestergedöns schlicht zu ignorieren. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist mir das gut gelungen. Allerdings nehmen die Böllerschüsse langsam zu und bestätigen zweifelsfrei, dass noch genug zweibeinige ungeduldige Silvesterkracher unterwegs sind, die sich einfach nicht um einen korrekten Jahresanfang scheren. Und mir graut vor der Stunde Null, wo dann die Reste in die Luft gehen und sämtliche Hunde und Katzen der Nachbarschaft zitternd, hechelnd und mit eingekniffenem Schwanz stundenlang in irgendwelchen Ecken hocken und den Weltuntergang erwarten.

Sie merken schon, das ist nicht das, was ich mir von einem Jahresabschluss erwarte. Was ich stattdessen am letzten Tag des Jahres mache? Nun, ich räume mein Büro auf, bezahle die letzten Rechnungen, schreibe eine ToDo-Liste für die nächsten Monate und definiere ein Ziel, auf das ich 2011 zusteuere. Dann werde ich den Abend mit Autorenkolleg(inn)en verbringen und des nachts zwischen den Knaller- und Böllerschüssen immer mal wieder ein wenig schlafen, um morgen, pünklich wie immer, aufzustehen. Keine Knaller, keine verbrannten Handflächen, keine abgerissenen Finger, und keine herausgeschossenen Augen. Ein Rückblick findet sicher auch noch statt ... irgendwo in der Einschlafphase, aber eigentlich ist es wichtiger, nach vorn zu sehen.

Was mir wirklich viel bedeutet und mich freudig aufs neue Jahr blicken lässt, das ist mein traditioneller Neujahrsspaziergang an der Ems entlang. Morgen ganz früh, wenn alle noch in ihren Betten liegen, Natron schlucken und über ihre Kopfschmerzen jammern. Dann ist die Welt tatsächlich in Ordnung. Wenigstens draußen auf dem Deich, auf den Weiden, im Watt und an der Ems. Absolute Stille und blütenweiße Landschaft liegen dort bereit, wie ein neues Jahr, in das man behutsam und mit bedacht die ersten Schritte macht. Die ersten Fußspuren im frischen Schnee. Der Horizont unendlich weit, dazwischen die Jahrestage, die mit Leben zu füllen sind.

Ich wünsche allen Lesern einen gesunden und erfolgreichen Start in das Jahr 2011.

Kommentare:

  1. Das ist wirklich ein schöner Post. Auch wenn es doch ein wenig traurig ist, das alte Jahr nicht zu verabschieden und das neue Jahr nicht voller Freude zu erwarten. Jedenfalls nicht so, wie es so manch anderer macht. Aber jeder muss seinen Weg finden. Also auch hier ein frohes neues Jahr, obwohl es schon 9 Tage als ist.
    Ich bin Ostfrieslandfan und durch Zufall auf diesen Blog gestoßen, die Überschrift sagt mir, hier bin ich richtig. Also werde ich in Zukunft wieder kommen!
    Ich liebe die Nordsee, Ostfriesland und besonders die Insel Wangerooge. Selbst fotografiere ich dort sehr viel - zu finden sind einige meine Bilder auf meinem Blog, auch unter dem Reiter Fotografie und oder Wangerooge zu finden, vielleicht hast du Lust einmal vorbei zu schauen! Ich freue mich hier auf viele Neuigkeiten, Fotos und Berichte!

    LG
    Lena

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  2. Liebe Lena,
    danke für Deinen Kommentar. Nein, es ist ganz und gar nicht so, dass ich das neue Jahr nicht voller Freude erwartet habe!

    Im Gegenteil, gerade dieses Jahr ist für mich ein ganz besonderes Jahr, das mir auf allen Ebenen des Lebens, viele neue Perspektiven eröffnet! Und ich habe auch das alte Jahr gebührend und mit viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt verabschiedet, da es mich auf meinem persönlichen Weg ein großes Stück voran gebracht hat.

    Von Traurigkeit keine Spur, eher im Gegenteil, voller Neugier und mit ganz viel Freude gehe ich in dieses Jahr. :)

    Ich werd mich gleich mal auf Deiner Seite umsehen. Auch für Dich alles Gute auf Deinem Weg!

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