Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Samstag, 22. Januar 2011

Märchenland Energieversorgung

Anläßlich der jüngsten Ankündigungen, dass Energiekosten wieder einmal steigen werden, greift meine liebe Kollegin Ursula Prem in ihrer brandneuen Freitagskolumne von „Ein Buch lesen“ das Thema Subventionierung von Atom- und/oder Sonnenenergie auf.

Sie stellt die Fragen, die wir uns alles stellen sollten, denn es geht nicht nur um die Erhöhung der Energiepreise um einige Euro, sondern um die verkorkste Argumentation pro Atomenergie und contra Sonnenenergie (bzw. allgemein umweltfreundliche Energieerzeugung), die uns Bürgern untergejubelt wird.


Energieversorger erhöhen ihre Preise mit dem Verweis darauf, dass die Kosten zum Ausbau der Sonnenenergie zu unser aller Lasten ginge. Böse, böse Sonnenenergie!! Sie ist Schuld, dass der angeblich so preiswerte Atomstrom immer teurer wird!

Stimmt das so?
Lesen Sie hier und hier was die  Greenpeace Recherche dazu sagt.

Dazu passt auch die lustige Story der Müllgebühren, die zunächst erhöht werden, weil der Müll, den wir nie wollten, aufwändig getrennt werden muss. Müll, den nicht wir produzieren, sondern die Industrie. Doch Bürgerlein ist brav und trennt sorgfältig guten Müll vom schlechten Müll und beugt sich dem Zeigefinger von Vater Staat, der mahnt, nicht soviel Müll zu verursachen.
Und siehe da, der Müllberg schmilzt! Wie schön!
Jetzt gehen die Müllgebühren runter! – Nicht?? – Achsoo, natürlich, die teuren Müllverbrennungsanlagen sind jetzt nicht mehr ausgelastet! – Könnte es da helfen, sie stillzulegen, wegen Unwirtschaftlichkeit? Nein, natürlich nicht! Denn dann gehen ja Arbeitsplätze verloren ... wie unsozial ist denn so ein Gedanke? Schäme er sich Bürgerlein! Zahle er gefälligst mehr Müllgebühren, für den Müll, den er nicht verursacht hat!

In dem Sinne, Bürgerlein wird auch diese Erhöhung der Subventionen an die Atomlobby zähneknirschend zahlen, ebenso wie die nächste und übernächste. Auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder, die mit den Folgeproblemen irgendwie fertig werden müssen. Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass das Strahlungsproblem des Atommülls gelöst werden kann?

Einzig kostenlos sind (noch) die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne, die die Aufregung schon bald vergessen machen werden. Denn solange Bürgerlein noch Geld hat, um sich einen dreiwöchigen Urlaub zu gönnen, weiß Vater Staat genau: „Da ist noch mehr zu holen!“ Wer mag noch an das Märchen glauben, der Staat seien wir, wo Schlag auf Schlag gegen Bürgerwillen entschieden wird?

Übrigens: Träte der schlimmste Fall eines Supergaus in einem deutschen Reaktor auf, wird mit geschätzten Wiederherstellungskosten (ob das überhaupt möglich ist?) in Höhe von 5000 Milliarden Euro gerechnet. Auf diesen Kosten blieben die Überlebenden sitzen, denn die Energiekonzerne haben für einen solche Fall lediglich eine Versicherung in Höhe von 2,5 Milliarden abgeschlossen.

Foto oben:  Dagmar Semet-Kreuz / pixelio.de
Foto unten: Benjamin Klack / pixelio.de

1 Kommentar:

  1. Liebe Grete,

    ein toller Beitrag, vielen Dank! Mich wundert es die ganze Zeit schon, dass es im Land noch so ruhig ist. Das ist wohl ein Verdienst des Sozialsystems und des Privatfersehens, nehme ich an. Das Prinzip "Brot und Spiele" funktioniert eben zu allen Zeiten ...

    Herzliche Grüße,

    Ursula

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