Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Mittwoch, 2. März 2011

Der Garten lockt

Nachdem die Temperaturen gestern etwas höher waren, sich dafür aber alles in Dunst und Grau gehüllt hatte, hat die Sonne uns heute fast den ganzen Tag verwöhnt. Wenn auch noch nicht mit Wärme, so aber doch einfach damit, dass sie alles - inklusive eigener Befindlichkeit - in ein freundliches Licht gesetzt hat.

Keine Frage: Wir vermissen sie! Nichts wünsch ich mir zur Zeit mehr, als dass es endlich Frühling wird, Türen und Fenster im Haus wieder länger geöffnet werden können, und dass es wieder Spaß macht, raus zu gehen, ohne sich wie eine Zwiebel zu verpacken und sich im Garten zu tummeln.

Die ersten Rundgänge hat man ja schon gemacht und sehr wohl gesehen, dass in der grünen Oase noch einige Herbst- und Winterschäden beseitigt werden müssen. In Gedanken legt man vielleicht auch schon das eine oder andere neue Beet an, schüttelt die kleinen Tütchen mit der Saat und freut sich darauf, wenn in vielen kleinen Töpfen selbstgezogenes Gemüse und Blumen ihre ersten Keime Richtung Licht strecken.


Am liebsten würde ich sofort anfangen. Wer Gartenarbeit liebt, der kennt das. Kaum zeigen sich die ersten Tage, die den kommenden Frühling erahnen lassen, dann juckt es in den Fingern. Doch oft ist die Erde um diese Zeit noch viel zu nass. Gerade im ostfriesischen Kleiboden passiert es dann, dass man schnell drei, vier Kilo Erde an den Gartenstiefeln hängen hat. Man sagt bei uns: Der Boden ist anhänglich. Es ist ja auch noch ein wenig Zeit, der Boden darf ruhig noch ein Weilchen ruhen. Man kann diese Tage genauso gut nutzen, seine Gartengeräte durchzusehen und gegebenenfalls durch neue zu ersetzen.

Gartengeräte überprüfen
Langeweile ist im Garten ein Fremdwort, sodass man diese Zeit jetzt nutzen sollte, alles Drum und Dran in Schuss zu bringen. Denn wenn die Gartensaison erst losgeht, hat man dafür kaum noch Zeit.

Manche Hacke kann einen neuen Schliff gebrauchen und die Säge wird wieder gute Dienste leisten, wenn man das Sägeblatt austauscht. Ist der Zaun noch in Ordnung? Gibt es Frostschäden zu reparieren? Sind die Gräben frei? Vielleicht benötigt der Geräteschuppen selbst auch einige hilfreiche Handgriffe, um wieder voll funktionstüchtig zu sein. Ist der Rasenmäher in Ordnung? Der Spaten noch stabil und scharf? Vielleicht muss der Kompost umgesetzt werden? Ist der Rasen vermost? Braucht die Karre ein neues Rad?


Wohin mit abgestorbenen Zweigen?
Unter Büschen und Bäumen kann man jetzt immer wieder Totholz finden oder es aus ihnen herausbrechen und -schneiden. Was machen Sie eigentlich damit? Bei mir fällt da jedes Jahr eine Menge an. Das Osterfeuer bestücke ich allerdings nicht damit. Einen Teil nutze ich als Anmachholz für den Ofen im darauffolgenden Winter. Das meiste allerdings flechte ich in die Totholzhecke am Ende des Gartens. In ihr finden unglaublich viele Tiere ein Zuhause, die den Sommer über dafür sorgen, dass das Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen, erhalten bleibt. Mit der Zeit entwickelt sich ein natürlicher Gartenabschluss, ganz ohne irgendwelche Kosten. Diese Hecke lässt sich übrigens wunderbar mit den verschiedensten Kletterpflanzen bestücken. Löwenmaul, Efeu, Clematis und Co. finden dort optimale Kletter- und Wachstumsbedingungen.

Und doch – es kribbelt so sehr, ich will endlich anfangen, durch die Büsche kriechen, mit der Nase über der Erde, die Zeit bei der Gartenarbeit vergessen. Ich kann mir keine preisewertere und wirkungsvollere Erholung vorstellen. Also werde ich am Wochenende schon mal die Tomatensaat in die Töpfe bringen und die Fleißigen Lieschen. Bis sie im Mai nach draußen können, sind sie dann kräftig genug zum Umpflanzen. Kräuter kann man jetzt auch schon aussäen und sich Gedanken machen, welche Kartoffeln und welches Genüse man anbauen will.

Immerhin sind die Schneeglöckchen schon da und Krokusse und Chrysanthemen schauen schon erwartungsvoll aus der Erde. Ich hoffe, dass der Winter nicht noch einmal, wie im letzten Jahr, mit Schnee und Eis zurückkehrt – aber rechnen sollte man damit. Ach richtig, beim Stichwort Eis und Schnee ... der Teich muss auch gesäubert werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen