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Dienstag, 15. März 2011

Raus aus der Atomenergie

„Die Geschichte lehrt die Menschen, dass sie aus der Geschichte nicht lernen.“
So drückte es Mahatma Ghandi einst aus. Auch wenn er diesen Satz zu einem anderen Ereignis gesagt hat, so hat er damit ein zeitloses Zitat geschaffen, das immer und überall gilt, wo Menschen sich von der Gier nach Macht und Geld leiten lassen.

Nichts anderes steckt hinter der skrupellosen Forcierung der Kernkraft als Energiequelle. Schon der erste Atommeiler in der BRD schrammte in den 60ger Jahren knapp an einer Katastrophe vorbei, von der die Bevölkerung erst erfuhr, als man Entwarnung geben konnte.

„Die Regierung in Japan ist hilflos.“ So heute die Aussage eines Reporters aus Japan, der vor zwei Tagen noch versucht hatte, Vermutungen und Gerüchte oder vage Beschreibungen aus seiner Berichterstattung herauszulassen.

Ja, die japanische Regierung ist hilflos. In der Tat bringt dieser Satz es auf den Punkt. Denn einen Schutz vor radioaktiver Strahlung, die unkontrolliert in die Umwelt entweicht, gibt es nicht.

Nicht nur die Japaner sind hilflos, wenn der GAU eintritt.
Niemand der Verantwortlichen empfand sich als hilflos, als in unserem Land die ersten Bürger gegen Atomkraft auf die Straße gingen. Im Gegenteil, es wurde Macht demonstriert und den besorgten Menschen Unkenntnis und Hysterie vorgeworfen.

Man muss kein Experte sein, um sich auszumalen, was geschieht, wenn der GAU da ist. Das Volk hat oftmals einen kollektiven laienhaften Sachverstand, der von weit höherer Kompetenz ist, als der von sogenannten Fachleuten. Das liegt sicher auch daran, dass die meisten Menschen schlicht einem Selbsterhaltungstrieb mehr folgen, als der Gier nach Macht und Geld. Wo das eigene Leben und das Leben der Nachkommen gefährdet ist, da befindet sich eine Hemmschwelle, die dafür sorgt, dass Entscheidungen zu Gunsten der Arterhaltung Priorität haben.

Alternative Energien reichen für die Energieversorgung nicht aus.
So das Argument der Atomlobby. Das wäre allerdings anders, wenn in die Erforschung alternativer Energien ebensoviel Geld gepumpt worden wäre, wie in die Atomenergie. Und zwar in alle Möglichkeiten, die Wasserkraft, Sonne und Wind bieten. Störfälle und Unglücke können auch da nicht ausgeschlossen werden, das ist nirgendwo möglich, aber die Auswirkungen sind nicht annähernd so vernichtend für alles Leben, wie bei einem atomaren GAU.

Ganz abgesehen von den entsetzlichen Schäden, die durch die radioaktive Verseuchung weit in die nächsten Generationen hineinreichen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass für die Schäden und Folgen nicht etwa die Atomindustrie und die Politik zur Verantwortung gezogen werden wird. Nein, die Opfer sind es, die letztlich mit dem Desaster allein fertig werden müssen. Eine Versicherung, die für materielle Schäden aufkommt gibt es nicht, jedenfalls keine realistische. Und für die genetischen Schäden, die Todesfälle, die Krankheitsfälle die verstrahlte Menschen erleiden, wird niemand aufkommen. Wir alle finanzieren die Atomkraft, mit unserem ständig steigenden Bedarf an Energie, die niemand beherrscht. Und wir alle bezahlen für die Folgen.

Atomkraftwerke abschalten ist die einzige Alternative
Von heute auf morgen wird dies nicht möglich sein, ohne dass unser komplettes Wirtschaftssystem zusammenbricht. Dennoch muss der Umstieg auf saubere Energie eines der wichtigsten Ziele für die Zunkunft sein. Verstrahlte Nahrung, vergiftetes Wasser und verseuchte Erde, sind der sichere Tod für Menschen, Tiere und Pflanzen. Kommt die Umkehr zu spät, nützt die sauberste Energie keinem mehr, weil kein Leben mehr da ist.

Viele Menschen aus meiner Generation mussten es sich gefallen lassen, als Körnerfresser und spinnerte Hippies belächelt zu werden, als wir vor 35 Jahren gegen die Atomkraft auf die Straße gingen und vor genau den Folgen gewarnt haben, die heute Realtität sind. Angefangen bei der Atomkraft mit verstrahlten Menschen und Landstrichen, über vergiftete Nahrung und vepestete Luft, über das Fischsterben und über Krankheiten und Seuchen, die durch Massentierhaltung auch auf Menschen übergehen, bis hin zu Klimaveränderungen, die die Küstengebiete radikal durch Überschwemmungen verändern werden. All diese „spinnerten Ängste“ von damals sind heute Realität. Nur in einem Punkt haben wir uns getäuscht, wir gingen damals davon aus, dass dies alles erst in ca. 50 Jahren geschehen würden. Es brauchte aber tatsächlich nicht einmal 30 Jahre. Die Natur denkt nicht in kleinlichen Jahren wie der Mensch. Sie reagiert einfach.

Der Wohlstand hat auf allen Ebenen satt, blind und träge gemacht. Es ist höchste Zeit, dass unsere Kinder und Enkelkinder auf die Straße gehen und mit aller Kraft für ihre lebenswerte Zukunft kämpfen. Sie haben keine 50 Jahre Zeit. Jetzt und sofort muss der Blick auf die gerichtet werden, deren Gier nach Macht und Geld skrupellos das Leben bedrohen und vernichten. Und hier darf es nicht wieder so sein, dass jemand sagt: „Ich ziehe die Konsequenzen und verabschiede mich in den gut gepolsterten Ruhestand, den mir die Opfer verschafft haben!“ Das hat mit Verantwortung nichts zu tun. Verantwortung bedeutet immer noch, dass man angerichteten Schaden, unter Einsatz all seiner Möglichkeiten, versucht, in Ordnung zu bringen.

Drei Monate Bedenkzeit räumt Frau Merkel ein. War nicht erst im letzten Herbst die Zeit, in der alles gut bedacht wurde? Was bitte wird jetzt neu bedacht, für das nicht vierzig Jahre Zeit war? Und wird wieder nur das bedacht, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf?

Unterschreiben Sie den Appell an Frau Merkel für die Abschaltung Sie hier

Foto: pixelio, Gerd Altmann

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