Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Sonntag, 24. Juli 2011

Kurze Sendepause für Love & Crime in Ostfriesland

Ostfriesentee mit Sahne - Fotograf: Frank van Anken
Quelle: Wikipedia
Nein, ich will nichts über das Wetter schreiben, das sich Ende Juli, wie ein waschechter Herbstanfang in Ostfriesland präsentiert. Obwohl sich die Sendepause des Sommers natürlich vortrefflich eignen würde, das Sommerloch zu füllen.

Stattdessen stelle ich mir vor, ich würde in einer Geschichte verkünden, dass mein Protagonist am 24. Juli, durchgefroren am Ofen steht und sich die Hände wärmt. Jeder Lektor würde verzweifelt ausrufen: "Ein bullernder Ofen Ende Juli! Das nimmt Ihnen doch kein Leser ab, Frau Roth!“ Nun, er weilt möglicherweise in diesen Wochen auf den Malediven und weiß es nicht besser ...

Damit bin ich beim Grund meines heutigen kurzen Beitrages angekommen: Ich habe momentan kaum Zeit hier im Blog zu schreiben, da ich mitten in der Überarbeitung meines Buches bin und jede freie Stunde dafür nutze. Es fällt übrigens unter die Kategorie „Love & Crime“, spielt in Ostfriesland und hofft, dass es spätestens, wenn der planmäßige Herbst einsetzt, das Licht der Welt erblickt.

Samstag, 2. Juli 2011

„Mein Bildungspaket ist richtig gut geworden!“

Frau von der Leyen und ihr größter Fan: Frau von der Leyen.

Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) verkündete unlängst strahlend in einem Interview: „Meine Arbeit ist immens wichtig für alle Alleinerziehenden, Eltern und Kinder.“ Leider war ihr hochgelobtes Förderpaket ein Riesenflopp, der Unsummen an Steuergeldern verbraten hat.

Macht nichts, sie hält trotzdem daran fest. Jetzt setzt sie eine Untersuchungskommission ein, die herausbekommen soll, weshalb das unsägliche Paket kaum jemand haben möchte.

Dabei ist es so einfach: Hätte man die Gelder, die Frau von der Leyens Herumeierei bisher gekostet hat, nebst denen, die ihre sinnlose Errungenschaft in Sachen Förderung benachteiligter Kinder, sowie die Gelder ihres kompetenten(?) Untersuchungsausschusses demnächst, inklusive sämtlicher Diäten (und aktuell anstehenden Erhöhungen) sowie Reisen zum Besuch von Kindergärten mit peinlichen verbalen Ausrastern, doch einfach in die Hand nehmen können und einen echten Schritt in Richtung „Bildungsland Deutschland“ gemacht:

Freie Mitgliedschaft in wenigstens einem Verein, den jedes(!) Kind seinen Neigungen entsprechend frei wählen kann, freier Zugang zu Theater, Kunst und Muse, Bibliotheken und sämtlichen Veranstaltungen, die Kindern die Möglichkeit geben, sich zu entdecken, zu entfalten und die ihnen Kunst, Kultur und Gesellschaft nahe bringen. 

Und zwar ohne die millionenschwere Aktion von Anschreiben und Anträgen, die kein Mensch ausfüllen oder verstehen kann, die von teuren Mitarbeitern sinnloser Weise verfasst wurden und die jetzt händeringend auf den Rücklauf warten. Man könnte sich sämtliche peinlichen Diskussionen über Ausgrenzung und Stigmatisierung absolut sparen, wenn man das umsetzt, was im Grundgesetz steht: Jeder Mensch ist vor dem Gesetz gleich. Und wenn man sich auf dieser Basis auf die Fahne schreibt, ein Bildungsland zu sein, dann sollte man sich auf diese einfache Formel besinnen. Ausnahmslos jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Entfaltung. Und selbst wenn es etwas mehr Steuergelder kosten würde, die natürlich wir alle bezahlen müssen, dann stelle ich mir vor, dass ein weitsichtiger Bürger diese Euros gern locker macht, wenn er sicher sein kann, dass das Geld tatsächlich für die vorgesehenen Ziele genutzt wird.

Von gebildeten und verantwortungsbewussten Kindern, werden wir alle profitieren. Und solche Kinder werden mit Sicherheit auch als Erwachsene keine schweigende Gesellschaft bilden, wie sie von Regierenden gern gesehen werden. Könnte es sein, dass da ein Zusammenhang besteht? Wollen regierende Machthaber vielleicht keine wachen Erwachsenen heranziehen, die kritisch und aufgeklärt sind und sich kreativ einmischen?



Ich denke, es ist höchste Zeit, dass Frau von der Leyen ihre Arbeit, die sie für so wichtig hält, einmal aus kritischer Distanz betrachtet und fern ab jeder Heile-Welt-Träumerei, radikal umstellt.

Vielleicht wird ihr dann auch bewusst, was für eine demütigende Geste die Verteilung von 5 Euro mehr monatlich an Hartz IV Empfänger ist. Ich behaupte sogar, dass diese Familien sich glatt noch freiwillig 5 Euro abgeknappst hätten, wenn Frau van der Leyen dafür eine echte Gleichstellung aller Kinder auf den Weg gebracht hätte.

Die Mehrheit der Betroffenen jedenfalls sieht keine Wichtigkeit in derartigen Aktionen. Auch wenn man im Allgemeinen bei Frauen nicht von Sesselpupser spricht, hier bin ich der Meinung, dass das Bildungspaket der Entwurf einer solchen ist. Da hilft es auch nicht, wenn immer wieder der Hinweis kommt, dass Frau Ministerin sieben Kinder hat. Millionen andere Kinder wachsen in unserem Land unter Bedingungen auf, von denen Frau von der Leyen Welten entfernt zu sein scheint.