Van Dit un Dat un over Minsken un hör Wark in Ostfreesland. Aber ok 'n bietje Gedöns un Saken van Nahbers

Freitag, 2. Dezember 2011

Das Tierheim platzt aus allen Nähten

Foto: Sylvia B.
Mit gemischten Gefühlen, habe ich heute einen ganzseitigen Artikel in der „Emder Zeitung“ gelesen. Vor allem Katzen kommen fast täglich neu im Emder Tierheim an.

Ohne Zweifel, ist es eine tolle Sache, wenn das Tierheim die Möglichkeit hat, all ihre Sorgenkinder mit Foto vorzustellen und so möglichst viele Menschen, die gern eine Katze haben möchten, erreichen kann.

Was mich an diesem Bericht irritiert, ist der Zeitpunkt, zu dem er erschienen ist. Drei Wochen vor Weihnachten.

Jahr für Jahr lesen wir von ausgesetzten Tieren, die zu Weihnachten verschenkt und ein halbes Jahr später zur Urlaubszeit irgendwo ausgesetzt werden. Jahr für Jahr wird eindringlich darauf hingewiesen, man möge bitte zu Weihnachten keine Tiere verschenken. Und jetzt erscheint drei Wochen vor Heiligabend der Hilferuf für die Katzen im Tierheim. Mir macht das Bauchschmerzen.


Foto: Sylvia B.

„Ich wünsch mir zu Weihnachten eine Katze, bitte Mama!“
Ich weiß schon, dass viele Tierheime über die Weihnachtszeit keine Tiere abgeben, um unüberlegten Tieranschaffungen möglichst vorzubeugen. Ich weiß aber auch, welchem starken Druck Eltern ausgesetzt sind, von Kindern, die sich sehnlichst so ein lebendiges Schmusetierchen wünschen. So manches lang durchgehaltene „Nein“ der Eltern, wird beim Anblick der kleinen Stubentiger erst zum „Jaein“ und auf den letzten Drücker doch noch zum „Ja“.

Möglicherweise, ist man sich in dem Augenblick sicher, dass man eine Lösung finden wird, falls das Tier tatsächlich einmal der Grund dafür sein sollte, dass man eine Reise nicht antreten kann, oder aus anderen Gründen hinderlich wird. Ich glaube auch nicht, dass jemand völlig gedanken- und kopflos aufgrund eines Zeitungsberichtes dem ich zweifellos helfende Absicht unterstelle - losfährt und sich eins der heimatlosen Geschöpfe zulegt. Doch die Gefahr, dass eine „Jaein-Entscheidung“ zu einem „Ja“ wird, ist gerade in der emotional geprägten Weihnachtszeit immens groß.

Foto: Cosima Prem
Jedes Tier hat eine Vergangenheit,
die es uns nicht erzählen kann.

Viele dieser Tiere haben schon einen Leidensweg hinter sich und sind traumatisiert. Sie brauchen vor allem ein sicheres Heim, wo sie verantwortungsvoll von allen Familienmitgliedern aufgenommen und respektiert werden. Mit all ihren schönen und auch anstrengenden Seiten. Andere kommen vielleicht aus Haushalten, wo sie jahrelang wunderbar gelebt haben und dann plötzlich ihren Besitzer durch Tod verloren haben. Auch Tiere leiden, wenn sie ihren Partner „Mensch“ verlieren und nicht jedes Tier gewöhnt sich schnell an einen neuen Lebensraum. Jedes Tier hat seine Eigenheiten, die es zu tolerieren gilt und letztlich kostet jedes Tier auch Zeit und Geld.

Ich wünsche allen Tieren, die in eine heimatlose Lage gekommen sind, dass sie ihren guten Platz zum Leben finden. Von mir aus zu Weihnachten, zu Ostern, zum Geburtstag aber immer nur deshalb, weil man sich von Herzen für ein Leben mit dem Tier entschieden hat. Und nicht, weil sie grad ein tolles Geschenk sind, das nach wenigen Wochen nervt oder lästig wird. In diesem Sinne: wer sich nicht absolut sicher ist, eine Katze für Jahre aufnehmen und halten zu können, der tut den Tieren einen besseren Dienst, wenn er sie nicht spontan aufnimmt.

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Kommentare:

  1. Liebe g.c.roth,

    vielen Dank für diesen Beitrag.
    Als Dosenöffner von vier putzmunteren Stubentigern, die übrigens alle! irgendwelche Notfälle waren und die so ihren Weg zu mir gefunden haben, darf ich sagen, dass Katzen nicht nur Freude bereiten.
    Sie kosten auch Geld! Nicht nur das Futter ist da zu berücksichtigen. Alleine die Tierarztrechnungen können Löcher in die Haushaltskasse reißen.
    Dann, wenn die Katzen Freigänger sind, fallen regelmäßige Kosten für Entwurmung und Floh/Zeckenmittel an. Impfungen müssen bezahlt werden.
    Katzen sind eigenwillige Tiere, als lebendiges Spielzeug, wie alle Tiere, sind sie nicht geeignet.

    Liebe Grüße

    Sylvia B.

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  2. Es sind ja nicht nur die Katzen, die zu unglücklichen Weihnachtsgeschenken werden. Auch alle Arten von Kleintieren wandern in der Adventszeit über die Ladentische der Zoohandlungen. Kaninchen zum Beispiel sind anfangs klein, süß und niedlich, aber, auch sie werden größer und manches Zwergkaninchen wird zum ausgewachsenen, großen Widder. Dann stellen meist erst die Kinder und dann die Eltern fest, dass es so gar keine Kuscheltiere sind, sondern auch mal aus Neugier oder auch Unmut zubeißen, was in der Regel schmerzhaft ist, weil die kleinen regelrechte Rasierklingen im Mäulchen haben. Ist sowas mal geschehen und kommt dann noch dazu, dass die regelmäßige Reinigung des Stalles beginnt, zur Mühe zu werden, landen die kleinen Wackelnasen schnell im Tierheim. Mein Appell daher, bitte gar keine Tiere verschenken, weder zu Weihnachten, noch zu Ostern noch egal wann!!!!
    Sollten es dennoch mal zwei oder mehr Kaninchen sein müssen, dann geht bitte in ein Tierheim, dort sitzen fast immer die richtigen kleinen Freunde, die man damit sehr glücklich machen kann.

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